Monsanto warnt vor der konzerneigenen Sojabohne Intacta

Der Anbau der gentechnisch manipulierten Sojabohne Intacta (MON 87701 × MON 89788) kann die Ausbreitung bestimmter Schädlinge befördern. So steht es in einer Studie, die brasilianische Wissenschaftler und Monsanto-Angestellte veröffentlicht haben. Sie stellten fest, dass bestimmte Schädlinge, die im Soja-Anbau zu erheblichen Schäden führen können, sich schneller entwickeln und länger leben, wenn ihre Raupen an den gentechnisch veränderten Pflanzen fressen. Mögliche Ursache seien ungewollte Effekte, die durch die gentechnische Veränderung verursacht wurden.

Intacta-Soja ist resistent gegen das Herbizid Glyphosat und produziert zudem ein Bt-Toxin, um Schädlinge abzutöten. Doch der Nachtfalter Spodoptera eridania, Southern Armyworm, ist unempfindlich gegen das Gift. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass er zudem länger lebt, wenn die Raupen Blätter der Bt-Bohnen fressen. „Unsere Ergebnisse sollten als Alarm interpretiert werden, dass der Befall mit S. eridania auf Feldern mit Bt-Sojabohnen zunehmen kann“, heißt es in der Zusammenfassung der Studie. Die beobachteten „Effekte können sich positiv auf die Entwicklung der Schädlinge auswirken.“ Die Wissenschaftler empfehlen den zusätzlichen Einsatz von Nützlingen. Sie hatten parallel eine Schlupfwespenart untersucht, die ihre Eier in die Eier der Nachtfalter legt. Auf die Nützlinge wirkten sich die Genetch-Pflanzen nicht aus.

„Die beobachteten Ergebnisse überraschen uns nicht“, kommentierte Christoph Then von Testbiotech. Die Organisation hatte auf die Veröffentlichung aufmerksam gemacht. „Bei der Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen tauchen regelmäßig Hinweise auf ungewollte Effekte auf, die wohl durch den Vorgang der gentechnischen Veränderung verursacht werden. Diese werden aber fast nie genauer untersucht. Auch die Wirkungsweise der Bt-Insektengifte wird längst nicht ausreichend verstanden.“

Testbiotech hat zusammen mit anderen Organisationen vor dem Europäischen Gerichtshof Klage gegen die Zulassung von Intacta-Soja als Lebens- und Futtermittel in der EU eingereicht. „Die jetzt gefundenen Effekte, deren genaue Ursache nicht bekannt ist, können auch für die Lebensmittelsicherheit relevant sein“, argumentiert Then und fordert die EU-Kommission auf, die EU die Zulassung zu widerrufen, „da es offensichtlich Bedarf für eine Neubewertung und für weitere Untersuchungen gibt.“