Testbiotech: Behörden haben Glyphosat-Risiken unzureichend bewertet

Die Organisation Testbiotech wirft deutschen Behörden vor, sie hätten die Risiken des Herbizids Glyphosat mangelhaft bewertet. Dabei bezieht sich Testbiotech auf einen Bericht, den das Bundesinstitut für Risikobewertung und andere Behörden im Dezember 2013 erstellt und an die EU-Lebensmittelbehörde EFSA weitergeleitet haben. Darin heißt es, es gebe keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat und keinen Anlass, die gesundheitlichen Grenzwerte wesentlich zu verändern. Dieser Bericht bildet die Basis für die 2015 anstehende Neubewertung des Herbizids durch die EU.

Testbiotech hat den deutschen Bewertungsbericht (RAR) in einem Report kritisch kommentiert und kommt zu folgendem Ergebnis: „Die deutschen Behörden haben mehrere relevante Studien nicht bewertet, die bis zur Fertigstellung des RAR bereits veröffentlicht waren.“ Seit Fertigstellung des Berichts seien weitere Publikationen erschienen, die berücksichtigt werden und in die Gesamtbewertung von Glyphosat einfliesen müssten. Neue Erkenntnisse lägen unter anderem zu Themen wie subchronischer Toxizität, langfristiger Toxizität, Genotoxizität, endokrinen Effekten und Ökotoxikologie vor.

„Unsere Analyse zeigt, dass der Bericht der deutschen Behörden nicht ausreichend ist“, sagte Andreas Bauer-Panskus, Autor des Testbiotech-Berichts. Die Risiken von Glyphosat würden bislang deutlich unterschätzt. „Das ist ein besonderes Problem, weil sich Rückstände dieses Spritzmittels in vielen Lebensmittelprodukten finden und es zu einer dauerhaften Belastung der Verbraucher kommt.“