Studie: Maispollen fliegt weiter als gedacht

Der Pollen von Maispflanzen wird vom Wind weiter getragen als bisher angenommen. Deshalb müssen für Felder mit Gentech-Mais größere Sicherheitsabstände festgelegt werden als bisher. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, an der auch das Bundesamt für Naturschutz beteiligt war. Dafür hatten die Wissenschaftler über zehn Jahre hinweg die Daten von 216 Pollensammlern in Deutschland, Belgien und der Schweiz ausgewertet.

Jede Maispflanze produziert pro Jahr fünf bis 50 Millionen Pollenkörner, die vom Wind transportiert werden. Da die Körner vergleichsweise schwer sind, sinken die meisten schon im Abstand von wenigen Metern wieder nieder. Deswegen halten die meisten Experten einen Sicherheitsabstand von 30 Metern für ausreichend. In Deutschland beträgt er bei konventionellem Mais 150 und bei Bio-Mais 300 Meter. Aber selbst das ist zu wenig. In dieser Entfernung fanden die Forscher im Schnitt immer noch fast 50.000 Maispollen je Quadratmeter. Selbst in vier Kilometern Entfernung vom nächsten Maisfeld ließen sich noch einige Tausend Pollenkörner nachweisen. Entsprechend groß müssten die Sicherheitsabstände sein, empfahlen die Autoren. Dabei hatten sie nicht nur mögliche Auskreuzungen im Sinn, sondern auch die unbeabsichtigte Wirkungen von GVO-Maispollen mit Bt-Toxin auf bestimmte Schmetterlingsraupen.

Kritik übten die Wissenschaftler an dem statistischen Modell, das die EU-Lebensmittelbehörde EFSA verwendet, um die Ausbreitung von Maispollen abzuschätzen. Es unterschätze die Pollenverbreitung in Entfernungen über 10 Metern deutlich. Auf der Basis ihrer Daten schlugen die Autoren deshalb eine eigene Modellrechnung für die Risikobewertung vor.