Gentechnikfreie Hähnchen bei Edeka

Der Handelskonzern Edeka, größter Lebensmittelhändler der Republik, hat erste Eigenmarkenartikel mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ eingeführt. In Edeka-Märkten im Südwesten und Südosten Deutschlands gibt es verschiedene als gentechnikfrei ausgelobte Hähnchenprodukte der Eigenmarke Gut&Günstig. Die Einführung weiterer gelabelter Produkte sei in Vorbereitung, heißt es in der Mitteilung des Konzerns. Nach den Hähnchenfleischprodukten solle auch die Fütterung bei Schweinen, Rindern und anderem Geflügel für die Eigenmarke schrittweise „auf heimische Futtermittel oder auf zertifiziert verantwortungsvolleres, gentechnikfreies Soja“ umgestellt werden, teilte die Edeka-Zentrale mit.

Sie ist seit dem Sommer Mitglied des Verbands Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG). VLOG-Sprecher Alexander Hissting nannte das Angebot der Edeka ein „zukunftsweisendes Signal für den deutschen Geflügelmarkt.“ Vor allem ein Warnsignal. „Ein Großteil der deutschen Hähnchenfleischvermarkter, allen voran das Branchenschwergewicht Wiesenhof, weigert sich seit Anfang des Jahres, gentechnikfreies Futter einzusetzen“, erläutert Hissting. „Doch wer aus ideologischen Gründen meint am Markt vorbei produzieren zu müssen, darf sich nicht wundern, wenn er früher oder später auf seiner Ware sitzen bleibt.“ Das Gut&Günstig-Hähnchenfleisch stammt laut VLOG von einem Hersteller aus Norditalien. Die Tiere würden ausschließlich mit gentechnikfreiem Futter aus Europa gemästet.
Auch die anderen Handelsketten drängen die deutschen Geflügelmäster dazu, auf gentechnikfreies Futter zu setzen. „Wenn die großen Tierhalter nicht mitziehen, werden wir auf kleine, regionale zurückgreifen, die einfach auf gentechnikfreie Produktion umschalten können“, zitiert der Spiegel einen Rewe-Manager.