Abstimmungen in den USA: Wieder siegte das große Geld

In Colorado und Oregon standen bei den Kongresswahlen in der letzte Woche auch Gesetzesinitiativen zur Gentechnik-Kennzeichnung zur Abstimmung an. Während in Colorado die Kennzeichnungsgegner klar mit zwei Dritteln der Stimmen gewannen, entwickelte sich in Oregon ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Zum Schluss lagen die Kennzeichnungsgegner mit 50,2 Prozent vorne.
Viel eindeutiger waren die Gelder für die jeweiligen Ja- und Nein-Kampagnen verteilt. In Colorado brachten die Kennzeichnungsbefürworter eine knappe Million Dollar auf, während die Gegner 16,7 Millionen Dollar investieren konnten. Die fünf größten Einzelspender in Colorado waren Monsanto mit 4,7 Millionen und DuPont/Pioneer mit drei Millionen. Je gut eine Million Dollar steuerten Pepsico, Coca-Cola und Kraft Foods bei. In Oregon standen den 7,5 Millionen Dollar der Befürworter 20 Millionen Dollar der Konzerne gegenüber. Auch hier waren Monsanto und Dupont mit jeweils gut vier Millionen Dollar die größten Sponsoren.
Die Verbraucherorganisation Center of Food Safety wies darauf hin, dass die großen Chemie- und Lebensmittelkonzerne bisher insgesamt über 100 Millionen Dollar investierten, um die Abstimmungen in den US-Staaten Kalifornien, Washington, Oregon and Colorado in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Erfolgreich waren die Kennzeichnungsbefürworter bisher in Vermont. Dort soll das Gesetz 2016 in Kraft treten, die Konzerne klagen dagegen. In den Staaten Maine and Connecticut ist die Kennzeichnung beschlossen, tritt aber erst in Kraft, wenn noch andere Staaten dazu stoßen. Die Chance besteht weiterhin, den in rund 30 US-Staaten steht das Thema auf der Tagesordnung, heißt es in einem Bericht der Agentur AP.
Einen Erfolg gab es in Humboldt County in Kalifornien. Die Bürger des Landkreises sprachen sich mit 60 Prozent dafür aus, den Anbau von Gentech-Pflanzen und die Werbung dafür im ganzen County zu verbieten.