Goldene Kartoffel: Vitamin A ganz ohne Gentechnik

Kleinbauern im südostafrikanischen Mosambik haben erfolgreich neue Süßkartoffelsorten angebaut. Die orangen Knollen sind reich an Vitamin A, überstehen Hochwasser ebenso wie Dürren und liefern reiche Ernten, alles ganz ohne gentechnische Manipulationen. Das berichtete das britische Wissenschaftsportal Scidev.

Dem Artikel zufolge geht der Anbau auf eine Initiative mosambikanischer Wissenschaftler zurück, die Ende der 1990-er Jahre anfingen, mit insgesamt 58 Sorten an orangefarbenen Süßkartoffeln zu experimentieren, die sie aus verschiedensten Ländern zusammengesucht hatten. 2002 begannen sie, das erste Pflanzmaterial von acht neu entwickelten Hochertrags-Sorten an Kleinbauern auszuliefern, die bereits Erfahrung mit dem Anbau von Süßkartoffeln hatten. Die Wissenschaftler begleiteten über Jahre hinweg die Anbauversuche, an denen inzwischen 135.000 Kleinbauern beteiligt sind. Sie ernteten im Durchschnitt 20 bis 25 Tonnen pro Hektar. Traditionelle Sorten kommen auf zehn Hektar. Die Forscher entwickelten Methoden, wie sich das Saatgut in den Dörfern am besten lagern lässt, damit es keimfähig bleibt. Sie züchteten neue Sorten, die noch besser mit den zunehmenden Dürren zurechtkommen. Und sie warben mit viel Erfolg für ihre neuen Pflanzen. In mehreren afrikanischen Ländern entstanden ähnliche Initiativen. Mit Hilfe der Süßkartoffeln gelang es in Mosambik, die Vitamin A Versorgung der Menschen deutlich zu verbessern. Finanziert hat das Projekt in Mosambik zum großen Teil die US-Entwicklungshilfe. Und die neuen Süßkartoffeln haben es bis in den Präsidentengarten geschafft.

Dazu passend der Beschluss des jüngsten CDU-Parteitages: „Wir werben dafür, dass wir in der Gesellschaft nicht nur auf die Risiken der Veränderungen unserer Zeit schauen, sondern den Blick auf die Chancen richten. So brauchen wir z. B. eine sachliche Diskussion darüber, wie grüne Gentechnik helfen kann, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, beispielsweise indem Pflanzen trockenheits- oder salzresistent werden.“