Tomaten-Patent von Monsanto widerrufen

Das Europäische Patentamt (EPA) hat ein Patent widerrufen, das es dem Saatgutkonzern Monsanto für eine konventionell gezüchtete Tomate erteilt hatte. Die internationale Koalition Keine Patente auf Saatgut! hatte im Mai 2014 Einspruch gegen das Patent EP 1812575 eingelegt. Das Patent beanspruchte Tomaten, die eine natürliche Resistenz gegen die Grauschimmelfäule aufweisen. Diese Resistenz hatte Monsanto allerdings nicht erfunden, sondern lediglich gefunden – in Tomaten, die aus der internationalen Genbank in Gatersleben stammten. Dadurch konnte der Konzern die Resistenz gezielt konventionell in andere Tomaten einkreuzen. Konventionelle Züchtung jedoch ist nicht patentierbar. Dennoch hat das EPA inzwischen mehr als hundert Patente auf konventionelle Pflanzenzüchtung erteilt, moniert Keine Patente auf Saatgut!. In einem Bericht hat die Organisation besonders eklatante Fälle zusammengestellt, darunter auch die schimmelresistente Tomate.

Die Ansprüche Monsantos „basierten auf einer Kombination von Täuschung, Missbrauch des Patentrechts und Biopiraterie“, sagt Christoph Then, der Koordinator von Keine Patente auf Saatgut! Er wertet den Widerruf des Patents als wichtigen Erfolg. „Das Patent hätte dazu dienen können, wichtige genetische Ressourcen zu monopolisieren. Jetzt haben Züchter, Gemüseanbauer und Verbraucher die Chance, von einer größeren Vielfalt von Tomaten profitieren, die durch Züchtung weiter verbessert werden.“ Mit (patentierbaren) gentechnischen Manipulationen lässt sich die Resistenz gegen Grauschimmelfäule nicht erreichen. Denn sie beruht nicht auf einem einzelnen Gen, sondern auf einem Zusammenspiel von mehreren genetischen Funktionen, die im Detail nicht bekannt sind.