KWS: Gentechnik-Konzern mit Bio-Abteilung

Der deutsche Saatgut- und Gentechnik-Konzern KWS AG hat ein neues Forschungszentrum in St. Louis in den USA eröffnet. Man wolle die Position in der globalen Pflanzenforschung stärken und nah an einem der wichtigsten Märkte sein, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. In St. Louis sitzt auch die Zentrale von Monsanto, dessen Roundup-Ready-Resistenz die KWS in ihren genmanipulierten Zuckerrüben verwendet.

Mit einem Umsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro ist KWS der sechstgrößte Saatgutkonzern der Welt. 30 Prozent der Erlöse entfallen auf Zuckerrüben. Der stärkste Markt dafür sei der nordamerikanische, steht im Geschäftsbericht: „In dieser Region kommen nahezu ausschließlich gentechnisch verbesserte, herbizidtolerante Zuckerrübensorten zum Einsatz.“ Insgesamt entfallen laut KWS ein Drittel aller Erlöse auf gentechnisch verändertes Saatgut.

Die KWS AG ist auch einer der größten deutschen Anbieter von Ökosaatgut. Zum Konzern gehört die Tochter KWS Klostergut Wiebrechtshausen GmbH. Der von Naturland anerkannte Betrieb züchtet und vermehrt Saatgut für Mais, Roggen, Weizen, Gerste, Triticale und Erbsen. „Von den innovativen Züchtungsmethoden der KWS und dem breiten Genpool profitiert auch die Sortenentwicklung für den ökologischen Landbau“, schreibt die KWS. Inwieweit auch die Bio-Branche von dieser Allianz profitiert, wird schon seit Jahren diskutiert. Bisher ohne großen Widerhall.

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