Immer frisch: USA lassen erstmals genmanipulierte Äpfel zu

Das US-Landwirtschaftsministerium hat die weltweit erste Anbauzulassung für gentechnisch manipulierte Äpfel erteilt. Entwickelt hat die beiden Apfelsorten Arctic Granny and Arctic Golden die kanadischen Firma Okanagan Specialty Fruits (OSF). Sie hat in Äpfeln der Sorten Granny Smith und Golden Delicious das Gen für ein Enzym inaktiviert, das für die natürliche Oxidation verantwortlich ist. Dadurch wird das Fleisch der Äpfel nach dem Aufschneiden nicht mehr braun. OSF will auch anderen Früchten das Braunwerden gentechnisch austreiben. Besonders interessiert an solchen Produkten sind die Anbieter von aufgeschnittenen Früchten, die immer stärker nachgefragt werden.
Die US-Verbraucherorganisation Center for Food Safety (CFS) wies auf die Risiken hin, die mit der angewandten Art der Genmanipulation verbunden sein können. OSF hat nicht das eigentliche Erbgut, die DNA, manipuliert, sondern die Pflanzen so programmiert, dass sie veränderte Botenstoffe produzieren. Denn die Information, was sie produzieren soll, bekommt eine Zelle von Boten übermittelt, den Ribonukleinsäuren (RNA). Die Gentech-Pflanzen stellen nun eine neue Boten-RNA her, die im Organismus verschiedene Gene aktivieren oder abschalten kann. Den Arctic-Äpfelbäumen und ihren Früchten fehlt deshalb das Enzym Polyphenoloxidase.
Das Center for Food Safety befürchtet, dass sich die geänderte RNA auch auf andere Gene auswirken und so zu unerwünschten Nebeneffekten führen könnte. Die Botenstoffe könnten auch nahegelegene biologische und konventionelle Apfelplantagen kontaminieren. Für die Verbraucher sei nicht mehr sichtbar, ob vorab aufgeschnittenes Obst noch frisch oder schon verdorben sei. Im schlimmsten Fall könnten sie sich eine Lebensmittelvergiftung holen.
Noch gibt es die Arctic-Äpfel nicht zu kaufen. Erst müssen die Bäume gepflanzt werden und heranwachsen. Die wichtigsten Verbände der Apfel-Anbauer in den USA und Kanada haben sich gegen Arctic Äpfel ausgesprochen.