IFOAM: Ein Anbauverbot ist der beste Schutz vor Verunreinigungen

Der Öko-Dachverband IFOAM hat in einem Dossier dargestellt, welche Maßnahmen die einzelnen EU-Mitglieder ergriffen haben, um gentechnische Verunreinigungen zu vermeiden und die Koexistenz zu sichern. Das Fazit der Untersuchung: „Anbauverbote sind zweifellos die kostengünstigste Möglichkeit, die ökologische und gentechnikfreie Landwirtschaft vor Verunreinigungen zu schützen.“

Laut IFOAM haben 15 der 28 EU-Mitglieder gesetzlicher Regelungen zur Sicherung der Koexistenz erlassen. In 13 Ländern fehlen sie. Allerdings haben einige dieser Länder ein Anbauverbot erlassen oder andere Regelungen getroffen, die den Einsatz von genmanipulierten Pflanzen betreffen. In Österreich etwa haben die Bundesländer dies geregelt. In Frankreich gibt es zwar ein Rahmengesetz zur Koexistenz, allerdings fehlen die Details wie Mindestabstände. Völlig ungeregelt ist der GVO-Anbau in Großbritannien, Irland, Spanien, den Niederlanden, Finnland, Estland und Kroatien.

Zu den gängigsten Koexistenzregelungen gehören Mindestabstände, zeitverschobener Anbau, Getrennthaltungsvorgaben, Standortregister, aber auch spezielle Ausbildungsnachweise für Gentech-Bauern. Die Mindestabstände reichen bei Mais von 5 bis zu 600 Metern. In Bulgarien ist der Anbau in der Nähe von Naturschutzgebieten in einem Umkreis von 30 Kilometern verboten. Einige Länder wie Frankreich haben strenge Haftungsregeln für Verunreinigungsfälle erlassen. In Portugal soll ein Fonds Schäden abdecken, der mit einer Abgabe auf GVO-Saatgut gefüllt wird. Ausführlicher dargestellt werden die Regelungen in Spanien, Polen, Rumänien, Deutschland und Österreich. Der Report macht auch deutlich, welche Kosten solche Maßnahmen für die gentechnikfrei wirtschaftenden Unternehmen verursachen.

Der IFOAM-Bericht schließt mit Empfehlungen für die EU-Ebene und die einzelnen Mitgliedsstaaten. Sie reichen von der Aufforderung, keine weiteren GVO für Anbau oder Import zuzulassen bis hin zur verpflichtenden Kennzeichnung tierischer Lebensmittel. Staaten, die nationale Anbauverbote ablehnen, sollten zumindest detaillierte Koexistenzregelungen erlassen