USA: Siegeszug der Neonics auf den Gentech-Feldern

In den USA werden seit 2003 immer mehr Maiskörner und Sojabohnen ausgesät, die zuvor mit Neonicotinoiden gebeizt wurden. Das ergab eine Studie von Insektenforschern der Universität von Pennsylvanien. Demnach wuchsen 2011 auf 34 bis 44 Prozent aller Sojafelder und 79 bis 100 Prozent aller Maisäcker Pflanzen aus neonic-gebeiztem Saatgut. Diese sehr bienengiftigen Insektizide werden von den Pflanzen während ihres Wachstums aus dem Samen in Blätter, Blüten und Pollen eingebaut. In der EU sind einige der Wirkstoffe für bestimmte Anwendungen derzeit verboten, wegen ihrer Auswirkung auf Nützlinge.

Die Autoren der Studie weisen eigens darauf hin, dass dieser erst 2003 (Mais) bzw. 2005 (Soja) begonnene Einsatz von Neonicotinoiden alle Studien konterkariert, die behaupten, in den letzten Jahren hätte sich durch den Anbau von genmanipuliertem Bt-Mais der Einsatz von Pestiziden auf Maisäckern verringert. Diese Arbeiten hätten das gebeizte Saatgut und dessen Wirkung gegen Insektenbefall schlicht nicht einbezogen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Anwendung von Neonicotinoiden zur Beize von Mais und Soja zu einem massiven Anstieg der mit Insektiziden behandelten Ackerflächen in den USA geführt hat“, heißt es in der Mitteilung der Universität.

Die Wissenschaftler stellen fest, dass der präventive Einsatz von Neonics als Beize ohne Beachtung des tatsächlichen Schädlingsbefalls den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) widerspricht. Sie befürchten, dass der Einsatz von Neonics als Beize sich in den USA weiter ausbreitet. Dabei hätten einige Studien gezeigt, dass sich mit zielgerichteten Maßnahmen der Einsatz von Neonics zurückfahren lasse ohne dass dies die Ernteergebnisse beeinträchtige oder den Farmern Einbußen brächte.