Schweiz erlaubt Versuchsanbau von Gentechnik-Kartoffeln

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt hat dem bundeseigenen Forschungszentrum Agroscope erlaubt, fünf Jahre lang versuchsweise gentechnisch veränderte Kartoffeln auf einem gesicherten Testfeld anzubauen. Bei den Knollen handelt es sich um cisgene Versuchspflanzen, die von Forschern der niederländischen Universität Wageningen entwickelt wurden. Cisgen bedeutet, dass in die DNA der Pflanzen kein artfremdes Erbgut eingebaut wurde. Sie enthalten Gene von südamerikanischen Wildkartoffelarten, die sie resistent gegen die Kraut- und Knollenfäule machen sollen.

Die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG) lehnt diese Versuche ab. Sie hält die Cisgenese, für genauso risikoreich wie die üblicherweise angewandte Transgenese mit artfremdem Erbgut. Wo das neue Gen im Erbgut der Pflanze eingebaut werde, sei nicht steuerbar. Dies könne zu unerwarteten Effekten und zu Störungen bei anderen genetischen Eigenschaften führen – mit unbekannten Folgen, warnt die SAG.

Offiziell dient der Versuch dazu, die Eignung der niederländischen Kartoffel für einen Anbau in der Schweiz zu untersuchen. SAG-Präsidentin und Biobäuerin Maya Graf kritisiert: „Die knappen Forschungsgelder in der Schweiz sollten nicht für Versuche eingesetzt werden, die für unsere Landwirtschaft keine Lösung bieten.“ Die Schweiz könne sich nur mit Qualitätsprodukten profilieren und Qualität bedeute ohne GVO. Die SAG argumentiert, dass die bisherigen Eignungsprüfungen des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL) bereits mehrere bestehende Sorten identifiziert hätten, die wenig anfällig für die Kraut- und Knollenfäule seien. In den Niederlanden züchte das Louis Bolk-Institut in einem staatlich geförderten Programm resistente Bio-Kartoffeln – auf traditionelle Art und Weise.