Afrika: Klimaschutz als Deckmantel für Monsanto

Die Förderung von dürretolerantem Mais für afrikanische Bauern nutzt vor allem den großen Saatgutkonzernen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das African Centre for Biodiversity (ACB) gemeinsam mit Brot für die Welt erarbeitet hat. In deren Mittelpunkt stand das Projekt WEMA (Water Efficient Maize for Africa), das von der Gates-Stiftung und Monsanto gefördert wird.
Die Studie zeige, wie Kleinbauern und Kleinbäuerinnen dazu motiviert werden, Hybridmais und gentechnisch manipulierten Mais anzubauen, was im Wesentlichen den großen Agrarchemie- und Saatgutkonzernen diene, schreibt Brot für die Welt. Dies könne desaströse Folgen haben, denn es habe sich gezeigt, dass auch die Ernten dieser Maissorte bei extremer Trockenheit ebenfalls schlecht ausfallen.
Das WEMA-Projekt profitiere vom Zugang zu wertvollem Zuchtmaterial traditioneller Sorten aus den nationalen Saatforschungszentren der Partnerländer in Afrika. Die Züchtung, Produktion und Vermarktung der neuen Sorten soll jedoch zukünftig vor allem von Privatfirmen betrieben werden. Vermarktet würden vor allem Hybridsorten, die von den Bauern jedes jahr eu gekauft werden müssten und von hohen Düngergben abhängig seien.
Mariam Mayet, Direktorin des African Centre for Biodiversity, sieht diese Entwicklung mit großer Besorgnis: „Die kleinen afrikanischen Saatgutfirmen können bei der hochtechnisierten Produktion von Gentechnik-Saatgut nicht mithalten und werden früher oder später von Agrarmultis wie Monsanto geschluckt. Die erhalten damit immer mehr Einfluss auf den afrikanischen Markt.“ Beunruhigend sei, dass auch der in Südafrika spektakulär gescheiterte schädlingsresistente Monsanto-Mais MON 810 in weiteren WEMA-Partnerländern auf den Markt gebracht werden soll.