Bericht: Banken finanzieren die Patentierung genmanipulierter Versuchstiere

Deutsche Bank, Credit Suisse und andere große Finanzinstitute investieren in Unternehmen, die gentechnisch veränderte Versuchstiere produzieren. Dies belegt eine Untersuchung der niederländischen Agentur Profundo, die von Testbiotech in Auftrag gegeben wurde. Die Organisation weist seit langem darauf hin, dass die Zahl der gentechnisch veränderten und durch Patente geschützten Versuchstiere stark zunimmt. „Ursache sind nicht nur medizinische Gründe, sondern auch kommerzielle Interessen, wie sie sich in Patentanträgen zeigen,“ sagt Christoph Then von Testbiotech. „Hier tragen sowohl Firmen als auch Investoren eine erhebliche Verantwortung. Bisher fehlen aber die nötigen Standards für ein ethisch vertretbares Investment in diesem Bereich.“

Der Bericht betrachtet die drei Unternehmen Roche, Pfizer und Novartis. Sie hätten von den großen Pharmakonzernen die meisten der Patentanträge für gentechnisch veränderte Versuchstiere eingereicht, schreibt Testbiotech: „Auf jede der Firmen kommen nach Datenbankrecherchen zwischen 100 bis 400 Anträge, die Tiere und deren Verwendung betreffen“. Ebenfalls untersucht wurden die drei Spezialisten Altor Bioscience (USA), Bionomics (Australien) und Intrexon (USA). Sie halten besonders umstrittene europäische Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen. Während diese drei Firmen überwiegend Wagniskapitalgeber zu ihren Eigentümern zählen, sind an den Pharmakonzernen viele große Fondgesellschaften, Versicherungen und Banken als Aktionäre beteiligt. Zahlreiche Geldhäuser unterstützen die Unternehmen zudem durch Kredite und helfen bei der Ausgabe von Firmenanleihen. Der Bericht listet dabei alle Vorgänge seit Anfang 2012 auf.

Die bestehenden Schimpansen-Patente sind der Ausgangspunkt für die Tagung „Der patentierte Affe“, zu der Testbiotech am 17. Juni nach Berlin einlädt. Dabei werden aktuelle Entwicklungen der Gentechnik bis hin zum Genome Editing am Menschen zur Diskussion gestellt.