BVL weist Widerspruch gegen Cibus-Raps zurück

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den Widerspruch mehrerer Verbände gegen den Bescheid zur Einstufung eines herbizidresistenten Rapses der Firma Cibus zurückgewiesen. Der Widerspruch sei sowohl unzulässig als auch unbegründet, teilte das BVL mit.

Die Behörde hatte am 5. Februar 2015 entschieden, dass der mit Hilfe der so genannten RTDS-Technik gezüchtete Cibus-Raps nicht als gentechnisch veränderte Organismen im Sinne des Gentechnikgesetzes einzustufen sei. Bei dieser Technik werden synthetisch im Labor hergestellte kurze DNA-Abschnitte (GRON genant) in die Zellen eingeschleust und bringen sie dazu, die Struktur ihrer eigenen DNA entsprechend zu verändern. Es wird also eine gezielte Mutation hervorgerufen. Im Falle des Cibus-Rapses wurde die Pflanze resistent gegen ein Herbizid gemacht.

Gegen den ohne förmliches Verfahren erlassenen Bescheid hatten zahlreiche Bio- und Umweltverbände Widerspruch eingelegt. Diesen Widerspruch hat das BVL erwartungsgemäß zurückgewiesen und dabei noch einmal seine bisherigen Argumentation wiederholt. Demnach handele es sich bei RTDS um ein Verfahren der Mutagenese. Darunter versteht man die Veränderung des genetischen Materials durch äußere Einflüsse, etwa durch Strahlung oder Chemikalien. Letztere würden „seit Jahrzehnten in der konventionellen Pflanzenzüchtung eingesetzt, ohne dass die mit Hilfe dieses Verfahrens gezüchteten Pflanzen besonderen Zulassungsanforderungen unterliegen“, argumentiert das BVL. Es bewertet RTDS sogar als „risikoärmer als die chemische oder strahlenbedingte Mutagenese“ da das Verfahren zielgerichtet sei, „wohingegen die Pflanzen bei der Behandlung mit Strahlen oder Chemikalien zufallsmäßig mutieren.“ Die eingesetzten GRONs seien „weder neue Kombinationen von genetischem Material noch Erbgut.“ Sie würden auch nicht in das Genom integriert sondern würden innerhalb weniger Stunden wieder abgebaut, nachdem sie ihre mutagene Wirkung entfaltet haben.

Für die Bio- und Umweltverbände bleibt der Cibus-Raps Gentechnik durch die Hintertür. Ob und wie sie weiter juristisch gegen den Bescheid vorgehen, ist noch nicht bekannt.