Gentechnikfrei – der neue Trend im Discount

Die Discounter Aldi Süd und Lidl bieten in Bayern künftig Milch mit dem Logo „Ohne Gentechnik“ an. Bereits Anfang des Monats hatten der Discounter Penny und dessen Mutterkonzern Rewe diesen Schritt angekündigt. Lidl will ab Herbst zudem die Gentechnikfreiheit von Eiern und Geflügelfleisch ausloben.

Bei Aldi Süd beschränkt sich die gekennzeichnete Gentechnikfreiheit auf die neu eingeführte regionale Milfina „Meine bayrische Bauernmilch“. Sie stammt laut Unternehmen von 61 Bauern, die ihre Milch an die Molkerei Gropper aus dem bayerischen Bissingen liefern. Lidl erklärte, dass ab sofort sämtliche Molkereiprodukte der in den 500 bayerischen Filialen gelisteten Eigenmarke „Ein gutes Stück Heimat“ die Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ tragen werden. Mitte Juli würden dann Frisch- und H-Milch der Eigenmarke Milbona in allen bayerischen Filialen umgestellt. Zum ersten September sollen bundesweit alle Eier und Frischgeflügel-Produkte folgen. Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) wies darauf hin, dass Lidls Regionalmilch in Bayern bereits seit 2010 ohne Gentechnik im Futter erzeugt worden sei – nur wusste der Kunde davon bisher nichts.
Rewe und Penny hatten Legehennen und Masthähnchen der Eigenmarken bereits im letzten Jahr auf gentechnikfreie Fütterung umgestellt „Sowohl in den Rewe- als auch in den Penny-Märkten wird die Trinkmilch unter verschiedenen Eigenmarken sukzessive mit dem VLOG-Logo ‚ohne Gentechnik‘ gekennzeichnet“, teilte Rewe Anfang Juni mit.

Mit der zunehmenden Auslobung gentechnikfreier tierischer Produkte reagieren die deutschen Handelsketten auf die immer größere Kritik am Anbau genmanipulierte Sojabohnen in Nord- und Südamerika und dessen Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. „Der Anbau dieser herbizidresistenten Nutzpflanzen verleitet jedoch Landwirte auf vielfältige Weise dazu, die Regeln einer guten landwirtschaftlichen Praxis zu verlassen“, heißt es in einem Positionspapier des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels, das explizit als „eine kritische Stellungnahme gegenüber dem Anbau von transgenen Sojabohnen“ verstanden werden will. „Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels fordert vorrangig für ihre Eigenmarkenprodukte eine Nutztierfütterung, die auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln verzichtet“, lautet die Konsequenz daraus.