Zweiter Anlauf: Oxitec will wieder gentechnisch manipulierte Fliegen aussetzen

Das britische Unternehmen Oxitec plant die Freisetzung gentechnisch veränderter Olivenfliegen im spanischen Katalonien. Das geht aus einer Veröffentlichung im einschlägigen EU-Register hervor, auf die die Organisation Testbiotech hinwies. Ob die spanischen Behörden dem bereits im März schon gestellten Antrag in der Zwischenzeit bereits stattgegeben haben sei nicht bekannt, schreibt Testbiotech. Es wäre die ersten Freisetzung gentechnisch veränderter Tiere in der EU

Die Olivenfliegen sind so manipuliert, dass die weiblichen Tiere im Larvenstadium sterben, während die männlichen Nachkommen überleben. Diese würden sich dann mit den natürlich vorkommenden Weibchen paaren und so den Bestand der Fliege immer weiter reduzieren. Bereits 2013 wollte Oxitech solche Fliegen in Spanien aussetzen. Damals forderte die Genehmigungsbehörde weitere Gutachten darüber, wie sich die Freisetzung auf natürliche Feinde der Fliege auswirkt. Anscheinend hat Oxitec diese Gutachten inzwischen erstellen lassen und versucht nun einen zweiten Anlauf.
Das Unternehmen will in der Nähe der Stadt Tarragona bis zu 5000 Fliegen pro Woche freisetzen. Das Experiment soll über ein ganzes Jahr laufen, die mit Netzen überspannte Versuchsfläche wird sich über eine Fläche von bis zu 1000 m² erstrecken. Falls Fliegen entkommen, könnte ihre Ausbreitung nicht kontrolliert werden, warnt Testbiotech. Die Verbreitung des Erbguts könnte die biologischen Vielfalt beeinträchtigen, mit erheblichen Auswirkungen auf die Stabilität der Ökosysteme, die Umwelt und die Landwirtschaft. Denn wenn die gentechnisch veränderten Fliegen entkommen, droht die Ernte in der Region unverkäuflich zu werden. Denn die Larven sterben in den Oliven. Wenn sich gentechnisch veränderte Larven in den Oliven befinden, sind diese nicht als Lebensmittel zugelassen.
Zahlreiche Organisationen aus Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland haben deshalb gefordert, die Freisetzung dieser Fliegen zu verbieten.
Oxitec ist die weltweit führende Firma bei der Genmanipulation von Insekten. Sie hat bereits in der Karibik, Malaysia und Brasilien Millionen genmanipulierter Moskitos freigesetzt.