Persilschein aus Brüssel: EFSA hat keine Bedenken gegen „Gift-Soja“

Die Gentechnik-Experten der europäische Lebensmittelbehörde EFSA haben keine Bedenken gegen die genmanipulierte Sojabohnensorte MON 87708 × MON 89788 von Monsanto und BASF. Die Organisation Testbiotech hält die Stellungnahme der EFSA für unzureichend und hat einen Appell an den EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, gestartet: Stoppt die Gift-Soja.

Die Soja MON 87708 × MON 89788 ist resistent gegen zwei Herbizide: Glyphosat und Dicamba. Sie wird in den USA bereits vermarktet als Mittel gegen die zunehmenden glyphosatresistenten Superunkräuter. Damit die Bohnen in die EU importiert werden dürfen brauchen sie Die EU-Zulassung für die Einfuhr als Lebens- und Futtermittel. Die EFSA-Experten argumentieren, dass sie bereits die beiden hier gekreuzten Einzelpflanzen begutachtet und keine Risiken festgestellt hätten. Es gebe auch keine Hinweise, dass die Kombination der beiden Eigenschaften zu unerwarteten Risiken führen könnte. Doch schon bei der Bewertung von MON 87708 hatten nationalen Fachbehörden aus Frankreich, Italien, Österreich und den Niederlanden sowie das deutsche Bundesamt für Naturschutz Einwendungen erhoben, die die EFSA-Experten vom Tisch wischten.

Testbiotech argumentiert, dass die beiden Wirkstoffe in einem Pestizid, zusammen mit dem Saatgut vermarktet würden. Damit würden in den Pflanzen Rückstände von zwei Unkrautvernichtungsmitteln hinterlassen, die möglicherweise krebserregend seien. Die EFSA habe diese möglichen gesundheitlichen Risiken nicht berücksichtigt, schreibt Testbiotech. Vielmehr folge die Behörde dem Grundsatz, dass die Herbizide, die auf Gentechnik-Pflanzen versprüht werden, bereits im Rahmen der Pestizidzulassung geprüft wurden.

In einer detaillierten Auswertung der EFSA-Stellungnahme kritisiert Testbiotech, dass mit der neuen Soja-Sorte keine Fütterungsstudien durchgeführt wurden. Monsanto habe lediglich Versuche mit den beiden Einzelpflanzen durchgeführt und vorgelegt. Auch hätten sich in Vergleichsstudien Unterschiede zu gentechnikfreien Linien gezeigt, etwa im Ölgehalt. Diese hätte die EFSA ohne ausreichende Begründung als irrelevant abgetan.

Auch andere Gentechnik-Pflanzen haben in den letzten Wochen Persilscheine von der EFSA erhalten, etwa der Mais NK603 × T25, der gegen Glyphosat und Glufosinat resistent ist. Die Soja FG72 ist unempfindlich gegen Glyphosat und Isoxaflutol. Für die von Dow Chemical gegen das Alt-Pestizid 2-4-D resistent gemachte Mais- und Sojasorten steht die EFSA-Stelunganhme bnoch aus.