Pestizid vergiftet Bauer – Monsanto muss zahlen

Der Chemie-Konzern Monsanto muss dem französische Landwirt Paul François Schadensersatz leisten. Der Bauer hatte versehentlich Dämpfe des Monsanto-Pestizids Lasso eingeatmet und sich dadurch lebensgefährlich vergiftet. Bereits 2012 hatte ihm ein französisches Gericht eine Entschädigung zugesprochen. Dieses Urteil wurde jetzt vom Berufungsgericht bestätigt.

Das Herbizid Lasso mit dem Wirkstoff Alachlor wurde von Monsanto 1969 in den USA auf den Markt gebracht. Bereits in den 90-er Jahren wurde es wegen seiner Gefährlichkeit in Kanada und einigen europäischen Ländern verboten. In Frankreich jedoch war es bis 2007 zugelassen. Paul François hatte im April 2004 ein Spritzgerät gereinigt und dabei giftige Dämpfe des Herbizids eingeatmet. Er bekam starke Blutungen und musste mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. Seit dem Vorfall leidet er an neurologischen Störungen als Folge der Vergiftung. Monsanto habe die Nutzer nicht ausreichend vor den bekannten Gefahren des Herbizids gewarnt, argumentierten die Richter. Deshalb müsse der Konzern Schadensersatz leisten.

„Zum ersten Mal wird ein Hersteller von Herbiziden wegen der Vergiftung eines Landwirts finanziell zu Entschädigungen verantwortlich erklärt“, zitierte die taz den Anwalt des Landwirts. Er hofft, dass dieser Präzedenzfall weitere Klagen gegen die Agrochemie nach sich zieht. Maria Pelletier, Präsidentin der Organisation Générations futures, wertete in der Zeitung Le Monde das Urteil als wichtigen Schritt für all die anderen Pestizidopfer, die darauf hoffen, dass die Hersteller für die von ihren Pestiziden verursachten Schäden endlich zur Verantwortung gezogen werden.

Monsantos Anwalt erklärte laut taz, sein Klient werde das Urteil „höchstwahrscheinlich“ vor dem Kassationsgerichtshof anfechten. Dieser könnte die Entscheidung allerdings nur aufheben, wenn sie erhebliche Formfehler aufweisen würde.