Schweiz: GV-Raps kam mit kanadischem Weizen ins Land

Seit Jahren finden Schweizer Labore entlang wichtiger Eisenbahntrassen und in Häfen ausgewilderte Rapspflanzen mit genmanipuliertem Erbgut. In der Schweiz ist – anders als in der EU – die Verwendung von GV-Rapssamen in Lebens- und Futtermitteln nicht gestattet. Das Biosicherheitslabor des Kantons Basel-Stadt hat nun herausgefunden, dass der GV-Raps zusammen mit kanadischem Weizen einreiste und sich dann vom Acker machte. Die Schweizer Allianz Gentechnikfrei (SAG) hat den Vorgang ausführlich dargestellt:

In den Jahren 2010 bis 2013 stammte ein Fünftel aller Schweizer Weizenimporte aus Kanada, jedes Jahr rund 77.500 Tonnen. Außer dem kanadischen Weizen werden über den Basler Rheinhafen keine größeren Mengen an Agrarerzeugnissen aus Ländern importiert, die gentechnisch veränderten Raps anbauen. Das brachte die Basler Wissenschaftler auf die Idee, sich diesen Weizen genauer anzuschauen. Sie nahmen in zwei Schweizer Getreidemühlen während der mechanischen Reinigung des kanadischen Weizens Proben aus den Abfallfraktionen. Darin entdeckten sie auch Rapssamen. Sowohl in den Samen als auch in den daraus gewachsenen Pflanzen konnten sie gentechnisch verändertes Erbgut nachweisen. Zwar betrug die Verunreinigung bezogen auf den Weizen nur 0,005 Prozent. Doch bedeutet dies, dass zusammen mit dem kanadischen Weizen jährlich rund vier Tonnen Raps in die Schweiz importiert wurden. Das entsprach jeweils bis zu 273 Millionen keimfähiger GV-Rapssamen, errechneten die Forscher.

Die Schlussfolgerung der SAG: „Auch geringste Verunreinigungen unterhalb der aktuellen Nachweisgrenzen können zur Einführung von Gentechpflanzen und ihrer Verbreitung in der Umwelt führen kann. Ein sorgsamer Umgang bei Importen aus Risikoländern ist daher dringend notwendig und muss regelmäßig kontrolliert werden.“ Das gilt natürlich auch für Deutschland. Nur hat hierzulande bisher keine Behörde mitgeteilt, dass sie Rapspflanzen entlang einschlägiger Eisenbahntrassen, Binnenhäfen und in der Umgebung von Ölmühlen untersucht hätte.