Europaparlament: „Es gibt keinen Konsens über die Sicherheit von GVO“

Die Risikoprüfung für gentechnisch veränderte Organismen durch die europäische Lebensmittelbehörde EFSA ist unzureichend. Zu diesem Ergebnis kamen mehrere Vertreter nationaler Behörden auf einer Tagung, zu der Abgeordnete der drei großen Fraktionen im Europaparlament eingeladen hatten. „Die Experten haben klar gemacht, dass es keinen wissenschaftlichen Konsens zur Sicherheit von GVO gibt“, lautete das Fazit der Abgeordneten.

Eingeladen hatten sie Vertreter des deutschen Bundesamtes für Naturschutz, des österreichischen Umweltbundesamt und des norwegischen Zentrums für Biosicherheit, GenØk. Diese machten deutlich, dass die Risikoprüfung durch die EFSA auf einem veralteten Konzept basiere. „Es gibt keine Untersuchungen zu kombinatorischen Effekten, zu den Auswirkungen des Pestizideinsatzes, zur unkontrollierten Ausbreitung und zu vielen anderen Risiken“, heißt es in der Zusammenfassung der Tagung. Besonders beunruhigend sei, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nur mangelhaften oder gar keinen Zugang zu GVO-Material für Forschungszwecke hätten, da sie durch Patente geschützt seien. So würden kritische Untersuchungen zu den Risiken von GVO verhindert.

Für die Abgeordneten folgt daraus, dass „das Risikobewertungsverfahren und der Umgang mit den wissenschaftlichen Kommentaren der Mitgliedsstaaten verbessert werden müssen.“ Auch pestizidresistente Pflanzen, die mit neuen gentechnischen Methoden hergestellt wurden, müssten einer strikten Prüfung unterzogen werden. Statt dessen habe die EU-Kommission das EFSA beauftragt, zu prüfen, „welche der Auflagen für die Risikoprüfung beim Import von gentechnisch verunreinigten Lebens- und Futtermittel fallen gelassen werden könnten“, beklagten die Abgeordneten. „Anstatt das Vorsorgeprinzip zu stärken und die Risikoprüfung zu verbessern, sollen also neue Löcher gebohrt werden!“. Dies sei im Zusammenhang mit den Handelsabkommen mit den USA und Kanada zu sehen, die nach einer solchen Regelung verlangten.

Ein Video mit Statements aus der Tagung.