USA: Freie Bahn für neue biotechnologische Züchtungsmethoden

In den USA dürfen bereits einige Pflanzen angebaut werden, deren Erbgut mit Hilfe neuer biotechnologischer Züchtungsmethoden manipuliert wurde. Dabei wurde weder das Risiko überprüft, noch gibt es Sicherheitsvorkehrungen für den Anbau. Das meldete der Informationsdienst Gentechnik und erklärt das mit einer Besonderheit des US-amerikanischen Gentechnikrechts: Die Firmen reichen die Anträge für ihre Pflanzen beim Animal and Plant Health Inspection Service (APHIS) ein. Diese Behörde des Landwirtschaftsministeriums ist eine von drei US-Behörden, die für Zulassungen von Pflanzen und Pestiziden zuständig ist. APHIS bewertet jedoch nur, ob die transgenen Pflanzen andere landwirtschaftliche Pflanzen schädigen könnten. Ist das aus Sicht der Behörde nicht der Fall, teilt sie dem Antragsteller mit, dass seine Organismen nicht unter das Biotechnologie-Recht fallen. Das erleichtert den Anbau enorm. Notwendig bleibt weiterhin ein Persilschein der Lebensmittelbehörde FDA (Food and Drug Administration), dass das hergestellte Erzeugnis sicher verzehrt werden kann. Doch den bekommen auch herkömmliche genmanipulierte Pflanzen ohne Probleme.

Der Informationsdienst Gentechnik nennt folgende Beispiele für Pflanzen aus Genome Editing-Verfahren, die APHIS beurteilt hat:
· „Mais von Dow: Zinkfingernuklease-Technik (von APHIS als nicht reguliert bestätigt: 2010)
· Kartoffel von Cellectis Plant Sciences: TALEN-Technik (von APHIS als nicht reguliert bestätigt: 2014)
· 2x Soja von Cellectis Plant Sciences: FAD2KO und FAD3KO, beide TALEN-Technik (von APHIS als nicht reguliert eingestuft: 2015)
· 5x Reis der State University Iowa: TALEN-Technik (von APHIS als nicht reguliert eingestuft: 2015)“

Noch befinden diese Pflanzen anscheinend im Versuchsstadium und werden noch nicht kommerziell angebaut. Doch zeigt der Blick auf die Webseiten des Unternehmens Cellectis/Calyxt oder der Biotechnologen der Universität von Iowa, wohin die Reise geht. Im Focus der Forscher stehen Pflanzen, die zusätzlichen Nutzen versprechen: Krankheitsresistenter Reis, Kartoffeln, die beim Frittieren weniger Acrylamid bilden; Sojabohnen, deren Fettsäurezusammensetzung dem Olivenöl gleicht; Weizen, dessen Gluten keine Unverträglichkeitsreaktion (Zöliakie) mehr auslöst.