Bt-Auberginen wollen in Bangladesh nicht gedeihen

In Bangladesh haben in diesem Jahr 110 Bauern insgesamt vier verschiedene Sorten gentechnisch manipulierter Auberginen angebaut. Trotz intensiver Betreuung durch staatliche Forscher und massivem Pestizideinsatz seien die Erträge miserabel ausgefallen, berichtete die Entwicklungsorganisation Ubinig.

Das staatliche Agrarforschungsinstitut BARI startete, unterstützt von der US-Entwicklungshilfeorganisation USAid und der Cornell-Universität, bereits im letzten Jahr einen groß angelegten Feldversuch mit Bt-Auberginen, die Monsanto und sein indischer Partner Mahyco entwickelt hatten. Die Ernte 2014 blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Auch im zweiten Jahr habe sich der Anbau als Flop erwiesen, stellte die NGO Ubinig fest. Deren Mitarbeiter hatten 79 der 110 Versuchs-Bauern besucht, interviewt und Daten gesammelt. In einem Bericht haben sie die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

· Die Bauern wurden intensiv von Mitarbeitern des BARI betreut, die faktisch den Anbau übernahmen und sich mehrmals wöchentlich um die Pflanzen kümmerten. In einigen Fällen hätten sie sogar kranke Bt-Pflanzen durch neue ersetzt.
· Die Offiziellen drängten die Bauern zu einem intensiven Einsatz von Pestiziden, vor allem gegen Schädlinge und Pilze.
· Die Erträge des im Frühjahr 2015 geernteten Gemüses waren unterdurchschnittlich verglichen mit denen benachbarter Farmen. Auch seien die Bt-Auberginen nicht so lange frisch geblieben wie heimische Sorten und deshalb schwer zu vermarkten gewesen, heißt es in dem Bericht. Mehrere Bauern berichteten über Verluste durch den Anbau der Gentech-Pflanzen.

Ubinig forderte die Regierung auf, weitere Anbauversuche mit Bt-Auberginen zu stoppen und ehrlich über die Ergebnisse der ersten beiden Jahre zu berichten. Bereits im Sommer 2015 hatte es über die Ergebnisse des Versuchs eine Kontroverse gegeben. Der britische Sender BBC hatte von einem Erfolg des Anbauversuchs berichtet und war von einem Journalisten aus Bangladesh widerlegt worden. Die BBC-Sendung hatte sich auf die Angaben eines für seine Medienarbeit bezahlten Gentechnik-Lobbyisten verlassen.