Weltpremiere: USA lassen Gentech-Lachs als Lebensmittel zu

Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat den genmanipulierten AquAdvantage-Lachs der kanadischen Firma Aquabounty als Lebensmittel zugelassen. Sie hält den Verzehr des Fleisches für sicher. Die Verbraucherorganisation Center for Food Safety (CFS) kündigte eine Klage an.

Der AquAdvantga Lachs wächst doppelt so schnell und wird doppelt so groß wie ein natürlicher Lachs. Bereits 2001 beantragte Aquabounty dafür eine Zulassung. Die US-Lebensmittelbehörde FDA erklärte schließlich 2010, dass der Verzehr des Gentech-Fisches unbedenklich sei und stellte eine Zulassung in Aussicht. Umwelt- und Verbraucherverbände mobilisierten daraufhin gegen den „FrankenFish“. Mobil machten auch Umweltschützer, die auf die Gefahren für das Ökosystem verwiesen, sollte so ein Lachs entkommen. Aus diesem Grund bekam Aquabounty weder in den USA noch in Kanada eine Erlaubnis, die Fische im Meer zu züchten. Statt dessen werden sie jetzt in Panama in Anlagen an Land gemästet und sollen in den USA vermarktet werden – ohne Kennzeichnung. Die FDA hat lediglich einen Leitfaden verabschiedet, wie eine freiwillige Kennzeichnung des Gentech-Lachses aussehen könnte oder wie andere Anbieter gentechnikfreien Lachs kennzeichnen könnten.

Es ist weltweit das erste Mal, dass ein genmanipuliertes Tier kommerziell vermarktet werden darf. „Die Entscheidung ist ein gefährlicher Präzedenzfall und senkt die Sicherheitsstandards“, beklagte CFS-Geschäftsführer Andrew Kimbell. Rund zwei Millionen Menschen hätten im Vorfeld Einwendungen gegen die Zulassung erhoben, so viele wie nie zuvor. Nun will CFS gegen die Zulassung klagen und damit „die FDA an die Pflichten erinnern, die sie gegenüber der amerikanischen Bevölkerung hat.“

Ob und wie schnell Frankenfish auf die Teller von US-Bürgern kommt ist offen. Es sei noch unklar, ob Panama den Export der Zuchtfische in die USA erlauben müsse, sagte AquaBounty-Chef Ronald Stotish der New York Times. Zudem bräuchte der Lachs noch zwei Jahre, bis er groß genug zum Verkaufen sei. Außerdem würden in Panama bislang nur rund 100 Tonnen Fisch pro Jahr gemästet. Schon jetzt haben zahlreiche Supermärkte und Restaurants in den USA angekündigt, dass sie selbst diese 100 Tonnen nicht verkaufen wollen.