Philippinen: Der oberste Gerichtshof vertreibt die Agrogentechnik

Der oberster Gerichtshof der Philippinen hat Gentechnik-Feldversuche mit genmanipulierten Auberginen verboten. Alle laufenden Zulassungsverfahren inklusive der Importe gentechnisch veränderter Nahrungsmittel wurden vorläufig ausgesetzt. Die ihnen zugrundeliegende Verordnung von 2002 erklärte der Gerichtshof für null und nichtig. Damit gab er abschließend einer Klage statt, die Greenpeace Südostasien zusammen mit zahlreichen philippinischen Umwelt- und Bauernorganisationen eingereicht hatten.

Greenpeace schrieb, dass zum ersten Mal ein Gericht eine derart weitreichende Entscheidung getroffen und dies mit dem Vorsorgeprinzip begründet habe. „Die Entscheidung trägt den vielen Fällen gentechnischer Verunreinigungen Rechnung, die wir und andere dargelegt haben“, sagte Greenpeace-Campaignerin Virginia Benosa-Llorin. „Und sie bestätigt die Tatsache, dass es über die Sicherheit gentechnisch manipulierter Pflanzen keinen wissenschaftlichen Konsens gibt.“

Betroffen von der Entscheidung ist auch der genmanipulierte Golden Rice, dessen Entwicklung federführend vom Internationalen Reisforschungszentrum IRRI betrieben wird – das auf den Philippinen sitzt. Beeinträchtigt werden dürfte auch der Handel mit den USA, die laut Greenpeace 2014 für fast 800 Millionen US-Dollar gentechnisch veränderte Lebensmittel geliefert hatten. Die philippinische Regierung muss nun einen neuen gesetzlichen Rahmen für die Agrogentechnik vorlegen und zudem einen Aktionsplan für die Rekultivierung bisheriger Versuchsfelder.