Schweiz verlängert das Anbau-Moratorium

Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, das Moratorium für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen um weitere vier Jahre zu verlängern. Es gilt nun bis Ende 2021. Gleichzeitig machte der Bundesrat deutlich, dass er weiterhin an einem Gentechnikgesetz arbeite, das den Anbau von GVO in der Schweiz erlauben könnte. Als eine Möglichkeit nennt er die Ausweisung spezieller GVO-Anbaugebiete.
Die Schweizer ALLIANZ Gentehcnikfrei (SAG hingegen hält eine Koexistenz in der kleinräumigen, vielfältigen Schweizer Landwirtschaft weder für realisierbar noch für wirtschaftlich sinnvoll. „Ein Nebeneinander von gentechnisch veränderter und gentechnikfreier Landwirtschaft wäre teuer und würde auf allen Stufen der Ernährungskette zusätzliche Kosten und Verunsicherung verursachen. Die mit der neuen Agrarpolitik verstärkte Qualitätsstrategie wäre untergraben, die ökologische Landwirtschaft wegen Kontaminationsgefahr in Frage gestellt“, schreibt die SAG. Sie drängt auch darauf, neue biotechnologische Züchtungsverfahren ebenfalls dem Gentechnikgesetz zu unterstellen.
Die Schweizer Bevölkerung lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel weiterhin deutlich ab, ergab eine Umfrage des Bundesamtes für Landwirtschaft. Es schreibt in seinem Agrarbericht: „Der Vergleich der Jahre 2009 und 2015 zeigt, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen von den Befragten so deutlich abgelehnt wird wie noch nie seit 2009. Und 2015 sind auch markant mehr Menschen als 2009 und 2012 der Meinung, das Gentech-Moratorium solle weitergeführt werden.