Warnung vor dem Gentechnik-Zoo

Die Freisetzung und landwirtschaftliche Nutzung von gentechnisch manipulierten Tieren würde in jedem Fall zu einer erheblichen Gefährdung von Mensch und Umwelt führen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den Christoph Then Testbiotech für die Grünen im Bundestag erstellt hat. Die Arbeit gibt einen Überblick über die geplanten Anwendungen, die Risiken für Mensch und Umwelt sowie die möglichen Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

Bisher ist erst in den USA ein genmanipulierter Lachs als Lebensmittel zugelassen. Doch arbeiten zahlreiche Wissenschaftler mit den neuen Methoden der Genmanipulation wie CRISPR oder TALEN daran, neue Gentechnik-Tiere zu erstellen. „Begründet wird dies unter anderem mit der Sicherung der Welternährung sowie dem Schutz vor Krankheiten und Allergien“, heißt es in dem Bericht. Zu den Beispielen, die darin vorgestellt werden gehört eine veränderte Eiweißzusammensetzung in der Kuhmilch. Sie soll weniger allergene Eiweiße enthalten und statt dessen Bestandteile menschlicher Muttermilch. Um die Tiere an die Haltung anzupassen sollen horntragende Rinderrassen hornlos gemacht werden und Hühnern die Neigung zum Federpicken verlieren. Rinder und Schweine sollen resistent gegen Krankheiten werden, die in Afrika grassieren, wie die afrikanische Schweinepest oder die Schlafkrankheit. Breiten Raum nehmen auch die Freisetzungsversuche mit genmanipulierten Insekten ein.

Auch die neuen, angeblich zielgerichteten Manipulationsverfahren können zu unerwarteten Ergebnissen führen. Der Bericht belegt das mit dem Versuch neuseeländischer Forscher, Kühe erzeugen, deren Milch weniger Beta-Lactoglobulin enthält. Dieses Eiweiß kann Allergien auslösen. Tatsächlich enthielt die Milch weniger Allergieauslöser, dafür waren andere Eiweiße wie Kasein deutlich erhöht. Außerdem kam von 57 manipulierten Embryonen nur ein Kalb lebend zur Welt – und diesem fehlte der Schwanz. „Insgesamt können die neuen Gentechnik-Verfahren nicht als risikoarmer angesehen werden, als die bisherigen Anwendungen transgener Tiere“, lautet das Fazit des Berichts.

Als politische Konsequenz empfiehlt Testbiotech „ klare Regelungen und Verbote:
· Die Politik sollte klarstellen, dass es in der EU auf absehbare Zeit keine Möglichkeit gibt, Zulassungen für gentechnisch veränderte Nutztiere und deren Produkte zu erhalten oder diese freizusetzen.
· Es müssen national und international klare Regelungen getroffen werden, um die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen, deren Ausbreitung räumlich und zeitlich nicht kontrolliert werden kann, vorsorglich zu untersagen.
· In Europa dürfen keine Patente auf Nutztiere erteilt werden.“