Sparpolitik: Monsanto gibt die EU-Zulassungen für den Gentech-Mais MON 863 zurück

Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat insgesamt sieben Zulassungen zurückgegeben, die den Gentechnik-Mais 863 in verschieden Kreuzungen betreffen. Das hatte die EU-Kommission bereits Mitte Dezember 2015 den Mitgliedsstaaten im zuständigen Gremium mitgeteilt, wie der französische Infodienst Inf’OGM meldete.
In dem Bericht heißt es, Monsanto habe für den Rückzieher wirtschaftliche Gründe geltend gemacht. Das in MON 863 verwendete Gentech-Konstrukt und die daraus resultierenden Sorten würden seit 2011 nicht mehr vertrieben. Monsanto habe neuere Sorten entwickelt und wolle seine Ressourcen für Zulassungen auf Pflanzen konzentrieren, die von den Landwirten auch eingesetzt werden. Zugelassen waren die sieben Sorten in der EU nur für die Verwendung als Lebens- und Futtermittel, nicht für den Anbau. Drei der Zulassungen wären 2016 ausgelaufen und hätten erneuert werden müssen. Den Aufwand dafür will der Konzern wohl einsparen. Monsanto hatte vor zwei Wochen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs über 250 Millionen Dollar Verlust gemeldet und angekündigt, man werde 3.600 Mitarbeiter entlassen und 500 Millionen Dollar Kosten pro Jahr einsparen.
Der Rückzieher kann Folgen für Futtermittelimporteure haben. Auch wenn die MON 863-Maissorten nicht mehr angebaut werden, können sie doch als Verunreinigungen weiter vorkommen – wie die Erfahrungen bisheriger Kontaminationsfälle zeigen. So entdeckte Greenpeace noch 2014 in französischem Maissaatgut Verunreinigungen mit MON 863. Importe von Mais mit solchen Verunreinigungen sind künftig in der EU nicht mehr zulässig. Inf’OGM weist in seinem Bericht auch darauf hin, dass bereits drei Jahre nach dem Anbau der Maissorte der Maiswurzelbohrer gegen das von MON 863 produzierte Toxin resistent geworden war.