Protest gegen Menschenversuch: Universität will Studenten mit Gentech-Bananen füttern

Die Universität des US-Bundesstaates Iowa will genmanipulierte Bananen an Freiwilligen testen. Dagegen haben mehrere Organisationen mit einer Petition gewandt, die von über 57.000 Menschen unterschrieben wurde.

Bei der Banane handelt es sich um eine afrikanische Kochbanane, die von australischen und ugandischen Wissenschaftlern so manipuliert wurde, dass sie Betacarotin produziert. Unterstützt wurde das Projekt von der Bill und Melinda Gates-Stiftung mit bisher 15 Millionen US-Dollar. Sie preist die Bananen als Mittel im Kampf gegen die Vitamin A – Armut in Afrika an. Vorgestellt wurden die Banane und der geplante Versuch bereits 2014. Doch aus bisher nicht bekannten Gründen wurde der Fütterungsversuch verschoben.

Die Entwicklungsorganisation AGRA, die den Protest anführt, argumentiert, dass die Banane bisher nicht einmal an Tieren getestet wurde. Deshalb sei das Risiko, das mit dem Verzehr verbunden sei, unbekannt. Die Universität hatte bereits 2014 alle Studenten angeschrieben und 900 US-Dollar für eine Teilnahme versprochen. Nach Angaben von Gentechnik-Befürwortern sollen sich daraufhin 500 Interessierte gemeldet haben, von denen schließlich 12 als Testpersonen ausgewählt wurden. Untersucht werden soll mit dem Versuch, ob das Betacarotin in der Banane so bioverfügbar ist, dass der Körper es zu Vitamin A umwandeln kann.

AGRA weist auch daraufhin, dass Nichtregierungsorganisationen in Uganda die Gentech-Banane ablehnen, weil sie langfristig negative Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit befürchten. Die Kochbanane gehört in dem ostafrikanischen Staat zu den Grundnahrungsmitteln.

Die Vitamin A – Versorgung in Entwicklungsländern diente auch als Begründung für den genmanipulierten und betacarotinreichen Golden Rice. Er ist bis heute nicht einsatzreif, obwohl er schon an Menschen getestet wurde. Chinesische Schulkinder mussten ihn essen – ohne dass sie vorher informiert wurden.