US-Umweltbehörde: Mit mehr Gift und Gentechnik gegen resistente Käfer

Vor fünf Jahren tauchten auf amerikanischen Maisfeldern die ersten Maiswurzelbohrer auf, die unempfindlich waren gegen die von den Gentech-Maispflanzen produzierten Bt-Toxine. Inzwischen ist das Problem so groß geworden, dass die US-Umweltbehörde Anforderungen festgelegt hat, die beim Auftauchen solcher Resistenzen umzusetzen sind. Während die Agrarindustrie zufrieden ist, gehen Umweltexperten die Vorschläge nicht weit genug.

Das EPA schickt seinem Maßnahmenkatalog voraus, dass es Pestizid-produzierende Gentech-Pflanzen für eine der sichersten Methoden der Schädlingsbekämpfung hält, die den Einsatz konventioneller Pestizide verringern könne – wenn man es richtig macht.

Zu den Maßnahmen, die das EPA fordert, zählt Abwechslung in der Fruchtfolge. Denn der Maisbohrer ist auf Mais als Wirtspflanze angewiesen, auch wenn es einige Exemplare geschafft haben, auch ein Jahr in Sojafeldern zu überleben. Das EPA nennt aber auch andere Möglichkeiten, etwa den Anbau von Gentech-Pflanzen die andere Insektizide produzieren oder mehrere verschiedene Bt-Toxine. Möglich sei auch die Aussaat von herkömmlichem Mais verbunden mit dem Einsatz eines Insektizids. Greifen sollen diese Maßnahmen in einem 800-Meter-Umkreis um Felder, auf denen resistente Schädlinge nachgewiesen wurden. Um solche Felder frühzeitig zu identifizieren, sollen die Gentechnik-Konzerne allen Meldungen über unerwartete Schäden auf Maisfeldern nachgehen.

In US-Fachmedien äußerten sich Vertreter von Landwirtschaft und Agrarkonzernen zufrieden mit den EPA-Anforderungen. Das Agricultural Biotechnology Stewardship Technical Committee, ein Zusammenschluss von Unternehmen, die Bt-Pflanzen anbieten, habe eng mit der EPA zusammengearbeitet, berichtete das Portal no-tillfarmer.com. Das Wallstreet Journal schrieb, dass die ursprünglichen Vorschläge der EPA Farmer und Gentech-Konzerne deutlich strenger in die Pflicht genommen hätten. Der Insektenforscher Bruce Tabashnik von der Uni Arizona nannte die EPA-Anforderugen einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Die Behörde müsse jedoch mehr Zähne zeigen, um Fruchtfolgen durchzusetzen.