Unverändert kritisch: Drei Viertel der Deutschen lehnen Agro-Gentechnik ab

Drei Viertel der Deutschen finden, dass der Mensch kein Recht habe, Pflanzen und Tiere gezielt gentechnisch zu verändern. Dementsprechend wünschen sie, dass gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft verboten werden. Das ergab die Naturbewusstseinsstudie 2015 des Bundesumweltministeriums, für die repräsentativ ausgewählte 200 Bundesbürger befragt wurden.
79 Prozent von ihnen lehnten es ab, „dass viele unserer Nutztiere mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert werden.“ Umgekehrt hatte gerade mal ein Viertel der Befragten „kein Problem damit, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu essen.“ 30 Prozent fanden es gut, „wenn durch gentechnische Verfahren in der Landwirtschaft die Lebensmittelpreise sinken.“ Noch etwas höher war mit 33 Prozent die Zustimmung zu der Meinung, „dass Gentechnik in der Landwirtschaft ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung des Welthungers ist.“

Die Detailauswertung ergab dass sich Frauen stärker gegen Gentechnik positionieren als Männer. „Sehr bemerkenswert ist, dass die Ablehnung in der Altersgruppe bis 29 Jahre deutlich geringer ausfällt“, heißt es in der Studie. Bildung und Einkommen haben demnach keinen nennenswerten Effekt, wohl aber die Ortsgröße. Die Ablehnung der Gentechnik ist in kleinen Landgemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern weitaus stärker als in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Dieser Unterschied zeigte sich auch bei der Bewertung anderer landwirtschaftlicher Produktionsmethoden wie dem Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger. Bei der Zustimmung zu agrarpolitischen Forderungen lagen Tier- und Umweltschutz mit je über 90 Prozent an erster Stelle. Drei Viertel der Befragten stimmten der Forderung zu: „Die Biolandwirtschaft wird ausgebaut“. Ebenso viele befürworteten „die finanzielle Förderung einer naturverträglicheren Landwirtschaft durch den Staat.“

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss: „Der grundsätzlich starke Rückhalt in der Bevölkerung für eine naturverträgliche Landwirtschaft stellt einen gut begründeten Ausgangspunkt für die konsequente Umsetzung entsprechender agrarpolitischer Maßnahmen dar.

Die Kurzfassung der Umfrage
Die Langfassung