Schweiz genehmigt Feldversuch mit genmanipulierten Äpfeln

Die Schweizer Forschungsanstalt Agroscope darf einen Feldversuch mit gentechnisch veränderten Apfelbäumen durchführen. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) genehmigte den auf bis zu sechs Jahren angelegten Versuch, machte allerdings zur Auflage, die Blüten der Pflanzen zu entfernen, damit deren Pollen mit dem manipulierten Erbgut sich nicht verbreiten können. Die Bäume wurden Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) entwickelt. Sie haben mit gentechnischen Methoden ein Gen aus dem sibirischen Holzapfel, das eine Resistenz gegen Feuerbrand verleiht, in die kultivierte Apfelsorte Gala Galaxy eingebracht. Diese Manipulation innerhalb einer Art wird als Cis-Gentechnik bezeichnet.

„Das erwähnte Resistenz-Gen könnte auch mittels konventioneller Züchtung durch Kreuzen in neue Apfelsorten eingebracht werden. Dieser Prozess würde aber 20 bis 25 Jahre dauern und die Eigenschaften der Ausgangssorte so ändern, dass daraus eine neue Sorte entstehen würde.“ Cis-Gentechnik sei da wesentlich schneller, argumentiert Agroscope.

Aus Sicht der Schweizer Allianz Gentechnikfrei (SAG) sind die Risiken cisgener Pflanzen identisch mit jenen der transgenen. Dazu zählt die SAG verändertes Wachstumsverhalten, eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten oder ein mögliche Produktion von Giftstoffen und Allergenen. Zudem dürfte durch die angeordnete Entfernung der Blüten der Aussagewert dieser Gentech-Versuche nahezu Null sein, argumentiert die SAG. Denn Feuerbrand und andere Krankheiten würden häufig über die Blüten übertragen. Besonders empfindlich seien Sorten wie Elstar, Gala, Golden Delicious und Cox Orange, die Anbau und Handel dominieren. Doch es gebe eine große Vielfalt an robusten Sorten, die nicht nur mit dem Feuerbrand, sondern auch mit anderen gefürchteten Krankheiten wie beispielsweise Schorf deutlich besser umgehen können, sagt Maya Graf, Biobäuerin und Präsidentin SAG: „Die alte Regel – je mehr Vielfalt, desto weniger Krankheiten und Schädlinge und desto mehr Ertragssicherheit – sollte auch im Obstbau wieder mehr Beachtung finden.“

Mehr von der SAG über cisgene Äpfel