Beschwerde gegen Schimpansen-Patent eingelegt

Ein Bündnis aus Tierschutz- und anderen Organisationen hat beim Europäischen Patentamt (EPA) Beschwerde gegen zwei Patente der US-Firma Intrexon eingelegt. In den Patenten EP 1572862 und EP 1456346 beansprucht Intrexon gentechnisch veränderte Mäuse, Ratten, Kaninchen, Katzen, Hunde, Rinder, Ziegen, Schweine, Pferde, Schafe und sogar Schimpansen als Erfindung. Den Tieren soll eine Art Schalter aus künstlich hergestellter DNA eingepflanzt werden, um die Aktivität bestimmter Gene zu verändern. Bereits vor drei Jahren hatten die Organisationen 14.000 Sammeleinsprüche gegen die Patente vorgelegt, die vom EPA jedoch zurückgewiesen wurden. Dagegen legten sie jetzt Beschwerde ein. Deren zentrales Argument lautet: Durch Patente auf gentechnisch veränderte Versuchstiere entsteht ein wirtschaftlicher Anreiz, unnötige Tierversuche durchzuführen.

Vom Europäischen Patentamt wurden bereits über 1500 Patente auf Tiere erteilt, die zumeist gentechnisch verändert sind, teilte die Organisation Testbiotech mit. Verschiedene Firmen hätten sich auf das Geschäft mit diesen Versuchstieren spezialisiert und würden deren Verkauf massiv bewerben. Die Folge: In Deutschland steigt die Zahl der bei Versuchen verwendeten gentechnisch veränderten Tiere seit Jahren an und liegt inzwischen bei einer Million bei insgesamt 2,8 Millionen Versuchstieren.

„Die Erteilung derartiger Patente führt dazu, dass Unternehmen versuchen, gentechnisch veränderte Tiere auch dann gewinnbringend zu vermarkten, wenn kein medizinischer Nutzen zu erwarten ist“, erklärt Christoph Then von Testbiotech „Patentamt und Patentinhaber machen Tierversuche gemeinsam zu einem unmoralischen Geschäft.“ Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes sieht die Politik gefordert: „Patente auf Versuchstiere zu verbieten, die rein wirtschaftlichen Zwecken dienen, wäre ein wichtiger erster Schritt.“