Fusionen: Bayer erhöht Angebot für Monsanto – Wettbewerbshüter prüfen

Der Bayer-Konzern hat sein Angebot für eine Übernahme des Mitbewerbers Monsanto erhöht. Bayer würde nun 127,5 Dollar je Monsanto-Aktie zahlen, die aktuell an der Börse mit 107 Dollar notiert ist. Insgesamt würde die Übernahme damit – inklusive der Schulden – 58,6 Milliarden Euro kosten. Das Handelsblatt geht davon aus, dass durch die Erhöhung der Druck auf die Monsanto-Manager steigt und eine freundliche Übernahme für 130 Dollar je Aktie wahrscheinlicher wird.

„Die geplante Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden“ schreibt Bayer. Das gilt auch für die anderen beiden Elefantenhochzeiten auf dem Pestizid- und Saatgutweltmarkt. Fusionieren wollen die beiden US-Konzerne Dow Chemical und Dupont. Das chinesische Unternehmen ChemChina hat 43 Milliarden US-Dollar für den Schweizer Hersteller Syngenta geboten. „Ich kann ihnen versichern, dass meine Casae teams die drei angekündigten Fusionen sehr genau untersuchen werden“, schrieb EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager im Juni an die grünen Europaabgeordneten Martin Häusling und Sven Giegold.

Bei der Fusion von Dow und Dupont hat die EU-Kommission im August Bedenken angemeldet. „Nach einer ersten Untersuchung könnte sich die Fusion auf dem Markt für Pflanzenschutz-Mittel negativ auf Preise, Qualität, Auswahl und Innovationen auswirken.“ Bis Ende des Jahres will die Kommission diese Bedenken eingehend prüfen. Über Bayer/Monsanto muss sich die Kommission erst Gedanken machen, wenn die Fusion tatsächlich beschlossen wird.

Die Übernahme von Syngenta „ist auf gutem Weg, wie geplant bis Ende Jahr realisiert zu werden,“ schrieb die Neue Züricher Zeitung (NZZ), nachdem Mitte August das amerikanische Committee on Foreign Investment (CFIUS) keinen Einwände erhoben hatte. Dieses Komitee prüft, ob eine Übernahme durch ausländische Interessenten die staatliche Sicherheit der USA gefährdet und hätte die Fusion mit einem Veto stoppen können. „Zwar müssen auch noch die Kartellbehörden unter anderem der Vereinigten Staaten und der EU grünes Licht geben, doch dürfte es sich dabei um eine Formsache handeln“, meint die NZZ. Denn ChemChina produziert bisher keine Pestizide und ist kaum im Saatgutgeschäft tätig.