Elefantenhochzeit perfekt: Bayer übernimmt Monsanto für knapp 60 Milliarden Euro

Der deutsche Chemiekonzern Bayer hat bekannt gegeben, dass er seinen US-Mitbewerber Monsanto einvernehmlich übernimmt. Dafür zahlt Bayer den Monsanto-Aktionären 128 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag auf den Börsenpreis von 44 Prozent. Zusammen mit den Schulden von Monsanto, die Bayer übernimmt, kommt so ein Kaufpreis von 66 Milliarden Dollar zustande, das sind knapp 60 Milliarden Euro. Der Übernahme müssen noch die Monsanto-Aktionäre zustimmen und ebenso die zuständigen Kartellbehörden. Bayer geht davon aus, dass die gesamte Transaktion bis Ende 2017 abgeschlossen ist.

Durch den Deal entsteht der größte Agrarchemiekonzern der Welt. Das freute die Bayer-Aktionäre – der Kurs der Aktie stieg im Laufe des Tages um gut vier Euro. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) sieht die Übernahme hingegen als „Worst Case“ und spricht von einem schwarzen Tag für die Welternährung. „Bei den Pestiziden erreichen Bayer und Monsanto zusammen einen Marktanteil von rund 25 Prozent, beim Saatgut für gentechnisch veränderte und konventionelle Ackerfrüchte einen von rund 30 Prozent. Allein die Gen-Pflanzen betrachtet, erreichen die beiden Gesellschaften vereint mit weit über 90 Prozent sogar eine klare Monopol-Stellung“, rechnet CBG vor. Sie kündigte an, das im Oktober in Den Haag stattfindende Monsanto-Tribunal zu nutzen, „um sich mit den verschiedenen Monsanto-Initiativen kurzzuschließen und den konzern-kritischen Widerstand nun mit dem Fokus auf Bayer neu auszurichten.“

Von der Politik erwartet die CBG mehr als einige kosmetischen Eingriffen von Seiten der EU-Wettbewerbskommission. Auch die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze und die Steuerzahlungen habe die Politik zu berücksichtigen. „Es darf keinesfalls dazu kommen, dass Bayer die Akquisition von der Steuer absetzt und Standort-Städte wie Leverkusen so noch stärker in die Miesen geraten“, schreibt die CBG.