Mal wieder: Studie belegt erhöhten Pestizideinsatz durch Gentechnik

US-Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass der Einsatz von Gentechnik-Pflanzen in den USA auch den Verbrauch an Herbiziden hat steigen lassen. Dazu werteten die Forscher die genauen Verbrauchsdaten von 10.000 US-Farmern für die Jahre 1998 bis 2011 aus. Die Hälfte von ihnen baute Mais an, die andere Hälfte Soja.

Bei der Auswertung der Daten zeigte sich, dass die Soja-Farmer, die Gentechnik-Pflanzen anbauten, anfangs weniger Herbizide spritzten, später jedoch immer mehr und zudem verschiedene Unkrautvernichter einsetzten, so dass sie schließlich 28 Prozent mehr spritzten als Bauern mit gentechnikfreiem Soja. Beim Mais lag die eingesetzte Menge auf Gentech-Feldern noch 1,3 Prozent unter den Vergleichswerten gentechnikfreier Flächen. Die Wissenschaftler erklärten die Herbizidzunahme mit der Bekämpfung von resistenten Unkräutern. Sie merkten an, dass sich der Effekt bei den Maisbauern noch nicht zeigte, da diese im Schnitt deutlich später auf Gentech-Saatgut umgestellt hätten als ihre Soja anbauenden Kollegen. Doch auch beim Mais sei der Herbizideinsatz in den letzten fünf Jahren der Zeitreihe stetig gewachsen. Professor Federico Ciliberto, einer der Autoren der Studie, erklärte, er sei überrascht von dem Ausmaß, in dem der Herbizideinsatz gestiegen sei und besorgt über dessen Umweltauswirkungen. „Ich hatte nicht erwartet, so ein deutliches Muster zu finden.”

Farmer, die gentechnisch veränderten Bt-Mais aussäten, brauchten 11 Prozent weniger Insektizide als gentechnikfrei wirtschaftende Betriebe – wobei das von den Pflanzen gebildete Bt-Toxin nicht in die Rechnung einging. Allerdings endet die analysierte Zeitreihe 2011. Bt-resistente Schädlinge tauchten erst danach in den Maisäckern auf. Insgesamt bestätigt diese Studie auf der Ebene der Farmen die Arbeiten von Charles Benbrook, der die amtliche Statistik des US-Agrarministeriums ausgewertet hatte und ebenfalls einen steigenden Einsatz von Pestiziden nachweisen konnte.