Raps-Saatgut in Deutschland ist weiterhin gentechnikfrei

Die zuständigen Behörden der Bundesländer konnten bei ihrer Überwachung des Raps-Saatgutes zum vierten Mal in Folge keine Verunreinigungen feststellen. Das meldeten Bioland und Greenpeace, die regelmäßig die Ergebnisse der Überwachung abfragen.

In diesem Jahr hatten die Behörden insgesamt 301 Saatgutproben untersucht, rechtzeitig bevor der Raps jetzt im Herbst ausgesät wird. „Das Monitoring der Länder bewährt sich als Kontrollinstrument für die Saatguthersteller. Es freut uns, dass Raps-Saatgut in Deutschland frei von Gentechnik ist“, sagte Jan Plagge, Präsident von Bioland. Doch dieser Erfolg stehe durch die bevorstehende Fusion von Bayer und Monsanto auf dem Spiel, sorgte sich Dirk Zimmermann, Gentechnikexperte von Greenpeace: „Es ist absehbar, dass der Lobby-Druck der Gentechnikindustrie auf die europäische Politik steigen wird. Konzerne wie Bayer werden versuchen, die Nulltoleranz für Saatgutverunreinigungen aufzuweichen und neue Gentechnik-Methoden ohne Regulierung einzuführen.“ Gemeint sind damit Methoden wie CRISPR/Cas und ODM, bei denen in der EU immer noch nicht klar ist, ob damit manipulierte Pflanzen unter das Gentechnikrecht fallen.

Ein Beispiel dafür ist der nach dem Hersteller-Unternehmen benannte herbizidresistente Cibus-Raps. In den USA und Kanada ist er als konventionelle Sorte zugelassen und könnte auch ohne jede Kennzeichnung den Weg in deutsche Regale finden. In Deutschland haben gentechnik-kritischen Organisationen gegen eine geplante Zulassung geklagt und damit den Anbau auf deutsche Feldern erst einmal blockiert.