Monsanto kauft sich bei CRISPR/Cas ein

Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat eine weltweite nicht-exklusive Lizenzvereinbarung mit dem Broad Institute der Universitäten MIT und Harvard abgeschlossen. Es erlaubt dem Konzern, die von diesem Institut entwickelten CRISPR/Cas-Verfahren für landwirtschaftliche Produkte einzusetzen. Das Institut zählt zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen in diesem Bereich und hält zahlreiche Patente. Bisher hatte es deren Nutzung vor allem anderen Universitäten und Non-Profit-Organisationen ermöglicht.

Mit CRISPR/Cas lassen sich durch gezielte Mutationen neue, auch synthetisch hergestellte, Erbgut-Informationen ins Erbgut einschleusen. Monsanto wolle die CRISPR-Technik verwenden, um insbesondere bei Mais und Soja ertragreichere und krankheits- sowie dürreresistente Sorten herzustellen, zitierte das Wissenschaftsmagazin New Scientist den Biotechnologie-Chef von Monsanto. Es sei das erste Mal, dass das Forschungsinstitut eine Lizenz für die kommerzielle landwirtschaftliche Nutzung seiner Erkenntnisse erteilt habe, schrieb das Magazin. Bisher habe es solche Vereinbarungen nur im medizinischen Bereich gegeben.

Das Fachportal STAT berichtete, dass die Vereinbarung zwei Einschränkungen enthalte. Monsanto dürfe die CRISPR/Cas-Technik nicht verwenden, um sterile Pflanzen (Terminator-Gen) zu züchten oder so genannte Gene-Drive-Systeme herzustellen. Laut STAT arbeiten auch andere Konzerne wie Dupont an der Manipulation von Getreide durch Gene Editing, unterstützt durch andere Forschungseinrichtungen und Biotechnologiefirmen. Beflügelt würde die Entwicklung dadurch, dass in den USA derart veränderte Pflanzen nicht unter das Gentechnikrecht fallen. In der EU steht eine Entscheidung darüber noch aus.