EU-Kommission will drei Sorten Gentech-Mais für den Anbau zulassen

Die EU-Kommission will die zwei Gentech-Mais Sorten 1507 von DuPont und Bt11 von Syngenta für den Anbau in der EU zulassen. Zudem soll die Zulassung für den bisher angebauten Mais MON 810 erneuert werden. Das meldete das Info-Portal GMWatch und verwies auf geleakte Beschlussvorlagen. Entscheiden sollen die EU-Mitgliedsstaaten demnach am 16. November, verhandelt wird bereits seit Juli. Relevant wäre eine solche Zulassung nur für die neun EU-Staaten und drei Regionen, die nicht schon vorab im Zuge der Opt-out-Regelung dem Anbau widersprochen haben.

Die beiden Sorten 1507 und Bt 11 sind laut GMWatch veraltete Sorten, die für die Saatgutkonzernen gar nicht mehr interessant sind. Sie sind gegen das Bayer-Herbizid Glufosinat resistent, das als fortpflanzungsschädigend gilt, in der EU deshalb seit 2013 nur noch beschränkt eingesetzt werden darf und dessen EU-Zulassung 2017 ausläuft. „Es sieht danach aus als sollten die Zulassungen als Türöffner für andere Gentech-Pflanzen dienen“, vermutet GMWatch. Denn die anstehende Zulassung wäre der Prüfstein dafür, ob die gentechnikkritischen Mitgliedsstaaten nun im Gegenzug für die Opt-out-Regelung Anbauzulassungen für die Gentechnik-Befürworter wie Spanien oder England durchwinken.

Kein Problem mit dem Anbau hat wie immer die EU-Lebensmittelbehörde EFSA. Sie hat in einer Stellungnahme bestritten, dass durch den Anbau von Gentech-Mais in Spanien neue Superunkräuter drohen. In dem einzigen europäischen Land, in dem in großem Stil Gentech-Mais angebaut wird, hat sich in den letzten Jahren die Teosinte ausgebreitet. Sie eine Urform des Maises und kann deshalb mit Kulturmais Kreuzungen bilden. Deshalb ist das Risiko vorhanden, dass sich Herbizidresistenzen in den Teosinte-Beständen ausbreiten. „Die Stellungnahme der EFSA basiert auf Annahmen, die keineswegs die wahre Dimension der Risiken zeigen“, kritisiert Christoph Then von der Organisation Testbiotech. „Die Risikobewertung darf auf keinen Fall abgeschlossen werden, bevor weitere Untersuchungen durchgeführt wurden“, fordert er. Das würde auch die Anbauzulassungen verzögern.