Anbauzulassung für Gentech-Mais: Die EU-Kommission nimmt noch einmal Anlauf

Für den 27. Januar hat die EU-Kommission die beiden Ausschüsse, in denen die Mitgliedsstaaten über gentechnisch veränderte Organismen beraten, zu einer gemeinsamen Sitzung einberufen. Auf der Tagesordnung stehen – wieder einmal – die Anbauzulassungen für die drei Maissorten MON 810, Bt 11 und 1507.
Zwar wären die Zulassungen nur für die neun EU-Staaten und drei Regionen relevant, die nicht schon vorab im Zuge der Opt-out-Regelung dem Anbau widersprochen haben. Trotzdem hat die Abstimmung symbolische Bedeutung, denn sie ist der Prüfstein dafür, ob die gentechnikkritischen Mitgliedsstaaten nun im Gegenzug für die Opt-out-Regelung Anbauzulassungen für die Gentechnik-Befürworter wie Spanien oder England durchwinken. Das europäische Parlament hat bereits deutlich gemacht, dass es die Anbauzulassungen ablehnt – doch formalrechtlich hat das keine Bedeutung, denn es entscheiden allein die Mitgliedstaaten oder die Kommission, falls es unter den Mitgliedern zu einem Patt kommt. Die europäischen Grünen haben eine Internetseite eingerichtet,  über die EU-Bürger ihren zuständigen Ministern per Mail oder Twitter eine Botschaft zukommen lassen können. Die britische Plattform GMWatch.org hat einen Alarm gestartet, um vor dem Termin noch möglichst viele Menschen und Organisationen zu mobilisieren: „Teilt diese Information mit all euren Kontakten und fordert die Entscheidungsträger auf, dem Anbau zu widersprechen“, lautet die Botschaft.