Gentechnik-Foschung: Mensch und Schwein in einem Embryo

US-Forscher haben aus Stammzellen von Menschen und Schweinen erstmals Chimären erzeugt, Mischwesen aus Mensch und Schwein. Sie züchteten Embryonen, die Zellen vom Schwein und Menschen zugleich enthielten und sich im Körper einer Sau vier Wochen lang entwickelten, bevor sie getötet wurden, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Langfristiges Ziel der Forschung sind Chimären, die Gewebe und Organe aus menschlichen Zellen für die Transplantation liefern.

Die Organisation Testbiotech kritisierte das Experiment. Sie befürchtet eine Entwicklung, durch die der Schutz der Menschenwürde massiv angegriffen und erheblich beschädigt werde. Zudem bestehe das Risiko, dass Krankheitserreger wie Viren sich über die Artgrenzen hinweg anpassen könnten. „Ein medizinischer Nutzen wird zwar behauptet, ist derzeit aber nicht absehbar. Es sind jedoch erhebliche negative Auswirkungen zu erwarten: Durch diese Art von Forschung steigt nicht nur die Zahl der Tierversuche immer weiter an, vielmehr droht auch der Mensch selbst zunehmend zum Objekt von Laborexperimenten zu werden“, warnte Christoph Then, der Geschäftsführer von Testbiotech: „Schon jetzt hat man den Eindruck, dass der Mensch für manche Akteure nichts anderes ist, als ein besonders profitables Versuchstier.“ Testbiotech fordert im Rahmen der Aktion „Der Gentechnik Grenzen setzen“, dass die Herstellung solcher Chimären von Mensch und Tier verboten wird.

Erlaubt wäre sie auch in Deutschland, bestätigte in einem Interview in der Welt der Münchner Molekularbiologe Eckhard Wolf, der ebenfalls an Schweinen arbeitet, die Ersatzorgane für Menschen liefern sollen. „So, wie die Entwicklungsbiologen in San Diego vorgegangen sind, dürfen Wissenschaftler auch in Deutschland arbeiten“, sagte Wolf in dem Interview.