Großbritannien erlaubt neuen Versuch mit Gentech-Weizen

Das britischen Agrarforschungsinstitut Rothamsted Research und die Universitäten Essex und Lancaster werden in diesem Frühjahr nördlich von London gentechnisch manipulierten Weizen anbauen. Er enthält ein Gen aus einem verwandten Gras und soll damit Sonnenlicht und CO2 besser in Biomasse umwandeln und so höhere Erträge liefern. Die zuständige Behörde hat Anbauversuche bis 2019 erlaubt. Genehmigt wurde eine Versuchsfläche von insgesamt einem halben Hektar Größe und einem Sicherheitsabstand zu benachbarten Feldern von 20 Metern.

Der manipulierte Weizen soll mit Hilfe des neuen Gens mehr von einem bestimmten Enzym produzieren, das Teile der Fotosynthese steuert. Bei Versuchen im Labor hätten die Gentechlinien bis zu 40 Prozent höhere Erträge geliefert und zudem mehr Biomasse erzeugt und damit CO2 gebunden, behauptet Rothamsted Research. Nicht eine ineffiziente Fotosynthese sei die Ursache für den Hunger in der Welt, sondern Armut, halten gentechnikkritische Organisationen wie GM Freeze dagegen, Sie hatten erfolglos Einwendung gegen den Versuch erhoben und insbesondere auf die Gefahr hingewiesen, dass die herkömmliche Weizenernte Großbritanniens verunreinigt werden könnte. Als Beispiele dienten Fälle in den USA, in denen noch Jahre nach Feldversuchen mit Gentech-Weizen Pflanzen mit dem manipulierten Erbgut gefunden wurden. Eine weitere Sorge ist, dass das Landwirtschaftsministerium den kommerziellen Anbau von Gentech-Pflanzen nach dem Brexit weitaus großzügiger handhaben könnte als das nach EU-Recht möglich war.