750 Studien, von denen Gentechnik-Regulierer nichts wissen wollen

Das brasilianische Ministerium für Agrarentwicklung hat in einem Sammelband 750 Studien zusammengestellt, die Risiken und Unsicherheiten beim Anbau von transgenen Pflanzen beschreiben.

In Brasilien werden auf mehr als 40 Millionen Hektar Fläche gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut: Soja, Mais und Baumwolle. Brasilien ist damit nach den USA der zweitgrößte Anbauer transgener Pflanzen. Mit ihrer Veröffentlichung wollen die Autoren allen Beteiligten Material bieten, um eine qualifizierte Risikoabschätzung voranzubringen, heißt es sinngemäß im Vorwort. Dazu haben sie 750 Studien aus den Jahren 1980 bis 2015 zusammengetragen, die sich mit der biologischen Sicherheit transgener Pflanzen kritisch auseinandersetzen. Vom horizontalen Gentransfer über das allergische Potential von Bt-Pflanzen bis hin zur gescheiterten Koexistenz mit einer gentechnikfreien Landwirtschaft handelt der Bericht mögliche Gefahren für die menschliche und tierische Gesundheit ebenso ab wie ökologische, landwirtschaftliche und soziale Auswirkungen. In den einzelnen Kapiteln folgen auf einige einführende Sätze jeweils die Abstracts der Originalarbeiten samt Link zu den häufig offen zugänglichen Studien.

„In über 750 aufgeführten Texten von namhaften Forschungsinstituten warnen Wissenschaftler vor den Risiken und Unsicherheiten, die mit den massiven Freisetzen transgener Pflanzen in die Umwelt verbunden sind“, heißt es in der Einführung. Diese Aspekte seien bisher von den meisten Gremien, die sich mit der Risikoabwägung von Gentech-Pflanzen befassten, vernachlässigt worden. Diese 750 in Fachzeitschriften mit Peer review veröffenlichten Aufsätzen zeigten deutlich, dass es in der wissenschaftlichen Gemeinde keinen Konsens über die Gefahren gentechnischer Veränderungen gebe.