Gekaufte Wissenschaft: Neuer Report zu Glyphosat

Der von der österreichischen Umweltorganisation Global 2000 veröffentlichte Report Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft zeigt auf, mit welchen Methoden Pestizidhersteller, insbesondere Monsanto, Einfluss auf die Bewertung des Herbizids Glyphosat genommen haben.

So beschreibt der Report, wie 2016 eine Serie von Übersichtsarbeiten für eine renommierte Fachzeitschrift entstand. Monsanto hatte dafür eigens eine Agentur beaufragt, ein Panel an angesehenen nach außen hin unabhängigen Experten zusammenzustellen. Das Ergebnis beschreibt der Report so: „Zwölf der 16 Mitglieder des Gremiums waren bereits als Berater für Monsanto tätig oder bei dem Unternehmen angestellt. Viele der Autoren pflegen oder pflegten Verbindungen zum industrienahen “International Life Sciences Institute“ (ILSI), einer Organisation, die unter anderem von Unternehmen finanziert wird, die Glyphosatprodukte herstellen.“ Wenig erstaunlich, dass diese Autoren übereinstimmend Glyphosat von jedem Krebsverdacht freisprachen. In einer internen Monsanto-Mail, die der Report dokumentiert, schätzt ein Monsanto-Manager die möglichen Kosten dieser Kampagne vorab auf bis zu 250.000 US-Dollar. Um die Kosten zu senken, schlägt er vor, dass Monsanto Teile der Texte selbst liefern könnte, und die Wissenschaftler nur ihren Namen für die Veröffentlichung hergeben, wie man das schon bei einer im Jahr 2000 erschienene Studie geamcht habe.

Einer der in der Mail genannten Wissenschaftler ist der deutsche Toxikologe Helmut Greim. Er bestätigte gegenüber dem ARD-Magazin Fakt, dass er für zwei Studien, die unter seinem Namen erschienen, Geld von Monsanto erhalten habe. In einem Fall sei auch ein Manuskript von Monsanto geliefert worden. Das habe er allerdings aufwändig überarbeiten müssen, weil es für eine Veröffentlichung ungeeignet gewesen sei. Der 82-jährige Greim gilt als einer der einflussreichsten Toxikologen Deutschlands. Er leitete über Jahrzehnte mehreren Expertengremien, die auf Bundes- oder EU-Ebene Empfehlungen für Grenzwerte abgeben. In einigen arbeitet er bis heute noch mit.

Noch nicht berücksichtigen konnten die Autoren den jüngsten Fall von Einflussnahme: Die europäische Chemikalien-Agentur ECHA hat ihre umstrittene Bewertung des Herbizids Glyphosat vorab von einem Lobbyverband der Hersteller kommentieren lassen, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Öffentlich wurde der Vorgang nur, weil der Toxikologe Peter Clausing für das Pestizid Aktions-Netzwerk als Beobachter an der entscheidenden Sitzung des ECHA-Ausschusses für Risikobewertung teilnahm.

 

Ein Gedanke zu „Gekaufte Wissenschaft: Neuer Report zu Glyphosat“

  1. Das ist ein Skandal mit ungeheuerlichen Ausmaßen – größer als der Abgasskandal von VW oder die Panama-Leaks, denn es geht hier um die Gesundheit von Milliarden von Menschen, wenn jedes Jahr weltweit 1,3 Millionen Tonnen Glyphosat (reiner Wirkstoff, denn in einem Liter Roundup sind ca. 450ml Glyphosat und weitere unbekannte gefährliche Inhaltsstoffe) auf unsere Lebensmittel und Kleidung versprüht werden.

    http://www.keine-gentechnik.de/dossiers/gift-und-gentechnik/glyphosat-roundup-herbizide/fakten-zu-roundup-und-glyphosat/

    
Denn bereits 1994 hat Prof. Dr. Otmar Wassermann, ehemaliger Leiter der Abteilung Toxikologie des Universitätsklinikums in Kiel, in seinem Artikel „Fälschung und Korruption in der Wissenschaft“, in: „Käufliche Wissenschaft. Experten im Dienst von Industrie und Wissenschaft“ (Hg. Antje Bultmanns und F. Schmithals), die industriefreundlichen Gutachten von Dr. Greim angeprangert – wie man hier nachlesen kann:

    http://www.ariplex.com/ama/amagut04.htm

    
Denn Greims Studien sind nicht nur von der Industrie finanziert worden sondern anscheinend auch von den Herstellern erstellt worden, wie die internen Emails zwischen Monsanto und der Zulassungsbehörde nahelegen:



    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umstrittene-chemikalie-wie-monsanto-hinter-den-kulissen-agiert-1.3445002#3

    Daher haben die Studien von Helmut Greim auch selbst hochgiftige Stoffe wie Stickoxide, Dioxine, PCBs, Holzschutzmittel und Glyphosat als harmlos eingestuft – entgegen allen anderen unabhängigen Studien, wie in dieser ARD Reportage „Gekaufte Expertise“ dokumentiert wurde:


    http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/gekaufte-expertise-100.html

    Kurz, seit über 20 Jahren sind die Methoden von Greim und Monsanto in Deutschland bekannt, und was ist passiert: Wurden Greim oder Monsanto zur Verantwortung gezogen, wurden die Zulassungsmethoden für Pestizide in der EU transparenter?

    Nein, nichts davon. Greim bekam sogar das Bundesverdienstkreuz für seine industriefreundlichen Studien.

    In den US Gerichtsdokumenten ist nun auch herausgekommen, dass Monsantos Roundup weitere krebserregende Inhaltsstoffe enthält, die nicht auf dem Etikett deklariert sind:
    Das sind unter anderem N-Nitrosoglyphosate (NGG), die im Körper krebsauslösend reagieren, wenn sie mit Nitrit in Kontakt kommen.

    Zudem enthält Roundup als Netzmittel 1, 4 Dioxane und Formaldehyde, die ebenfalls krebserregend sind, wie jeder Interessierte in diesem Original Dokument nachlesen kann:

    https://usrtk.org/wp-content/uploads/2017/03/192main.pdf

    Eine weitere interessante Aussage einer leitenden Monsanto Mitarbeiterin in einer Email von 2009 an die US Zulassungsbehörde EPA ist:

    „Du kannst nicht sagen, dass Roundup keinen Krebs verursacht. Wir haben keine Krebsstudien mit Roundup gemacht.“ (siehe Süddeutsche)

    Das ist ein krimineller Skandal, und alle Beteiligten müssen vor Gericht zur Verantwortung gebracht werden.


    Das heißt: Glyphosat muss sofort verboten werden und die Zulassung von Pestiziden wie Glyphosat neu und transparent durchgeführt werden.

    Ein entscheidender Schritt dazu ist diese EU Bürgerinitiative, die möglichst viele unterstützten sollten:

    https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/europaeische-buergerinitiative-stop-glyphosat.html

    Danke, denn jede Straftat braucht ein Motiv: Und Glyphosatproduzenten wie Monsanto, BAYER, BASF, DuPont, Dow Chemical, Syngenta und Co… verdienen Milliarden mit Pestiziden, Dünger und Gentechnik.

    Und die Chemiekonzerne verdienen noch einmal jedes Jahr hunderte Milliarden Euro mit Medikamenten gegen die in wissenschaftlichen Studien belegten gesundheitlichen Folgen von Roundup, Glyphosat und Co, die hier in 100 Studien belegt sind:

    http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

    Danke.

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