Das Saatgut in Deutschland ist weitestgehend gentechnikfrei

Bei der Beprobung des Saatgutes für die Frühjahrsaussaat haben die deutschen Behörden nur eine einzige gentechnische Verunreinigung entdeckt – so wenig wie noch nie. „Die Ergebnisse der amtlichen Kontrollen zeigen, dass es möglich ist, Saatgut gentechnikfrei zu halten und die Nulltoleranz erfolgreich umzusetzen“, sagte Alexander Hissting, Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG).

Die zuständigen Behörden der Bundesländer haben von Oktober 2016 bis März 2017 insgesamt 600 Saatgutproben in ihre Labore geschickt. Die Ergebnisse hat die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik zusammengefasst und veröffentlicht. 490 Proben betrafen Maissaatgut. Hier fanden sich – zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren – keine Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO). 2011 waren noch sieben Prozent der amtlich kontrollierten Maisproben verunreinigt. In den folgenden Jahren sank die Quote stetig und lag 2016 bei 0,6 Prozent.

Schon seit 2013 gentechnikfrei ist das Rapssaatgut. Auch in den letzen Monaten fanden sich darin keine Verunreinigungen. Zuckerrüben, Zucchini und Tomaten waren ebenfalls ohne Befund. Die einzige Verunreinigung fanden sächsische Behörden in einer Charge Sojasaatgut. Die Bohnen wurden, wie das bei der in Deutschland geltenden strikten Nulltoleranz üblich ist, vom Markt genommen. Allerdings haben, anders als bei Mais und Winterraps, nur vier Bundesländer überhaupt Sojasaatgut ins Labor geschickt. Von den 21 Proben wurden allein 16 in Baden-Württemberg gezogen. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt steuerten Einzelergebnisse bei. „Das wird der steigenden Bedeutung des regionalen Sojaanbaus nicht gerecht. Hier wäre eine Ausweitung der Kontrollen wünschenswert“, findet VLOG-Geschäftsführer Hissting.