Chemie: EU-Kommission genehmigt Elefantenhochzeiten

Die EU-Kommission hat die Fusion der beiden US-amerikanischen Chemiekonzerne Dow und DuPont genehmigt. Auch der Zusammenschluss des Schweizer Chemiekonzerns Syngenta mit Chem China hat das Plazet der EU-Wettbewerbshüter bekommen – jeweils mit Auflagen. Die Genehmigung für die dritte große Elefantenhochzeit im Chemiebereich, die Fusion von Bayer und Monsanto, steht noch aus. Bisher habe Bayer die Fusion bei der EU noch gar nicht angemldet, schrieb die Wirtschaftswoche.

Im Vorfeld der beiden Entscheidungen hatten rund 200 Organisationen die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager aufgefordert, die angekündigten Zusammenschlüsse zu stoppen. Sie würden zu einer inakzeptablen Oligopolstellung führen, in der nur drei Konzerne rund 70 Prozent des weltweiten Pestizidmarktes und mehr als 60 Prozent des kommerziellen Saatguts kontrollieren: „Die Fusionen würden die durch die industrielle Landwirtschaft verursachten Probleme weiter verschärfen – mit negativen Folgen für das Gemeinwohl und Verbraucher/innen, Bauern und Bäuerinnen, die Umwelt und die Ernährungssicherheit“, hieß es in dem Text.

Doch die Kommissarin ist der Auffassung, dass sich der Wettbewerb mit einigen Auflagen sichern lässt. So muss nach dem Willen der EU-Kommission DuPont große Teile seiner Pestizidsparte sowie seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verkaufen. Der potentielle Käufer sollte in der Lage sein, „DuPont als Wettbewerber auf den betreffenden Märkten zu ersetzen und weiterhin Produktinnovationen hervorzubringen“, schrieb die Kommission. Sie verpflichtete zudem Dow Chemical dazu, sich von zwei Fabriken für petrochemische Produkte zu trennen.

Auch Chem China müsse wesentliche Teile seines europäischen Geschäfts mit Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsreglern veräußern, teilten die EU-Wettbewerbshüter mit. Das betrifft insbesondere das bisherige israelische Tochterunternehmen Adama. „Auf allen Produktmärkten mit problematischen Überschneidungen wird ChemChina entweder die Produktsparte von Adama oder die betreffende Sparte von Syngenta veräußern“, schreibt die EU-Kommission. Zudem muss Chem China auch die in der Entwicklung befindlichen Produkte von Adama verkaufen.

Profitieren von den Auflagen der Wettbewerbshüter dürfte der Konzern, der bei der Partnersuche in der Chemiebranche leer ausging – die BASF. „Die Ludwigshafener würden gern einsammeln, was bei den Fusionen der Agrarchemiekonzerne so abfällt“, analysierte die Wirtschaftswoche.