Behörde warnt: Krankheitserreger in Gentechnik-Baukasten gefunden

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat vor einem Do-it-yourself-Gentechnik Baukasten aus den USA gewarnt. Die Behörde teilte mit, sie habe in dem Produkt der Firma The Odin „potenziell krankheitserregende Bakterien der Risikogruppe 2 nachgewiesen, die darin nicht enthalten sein dürften, darunter Enterococcus faecalis und Klebsiella pneumoniae.“ Sie könnten unter anderem Sepsis, Harn- und Wundinfektionen hervorrufen. Eine mögliche Infektion beim Umgang mit den in dem Kit enthaltenen Krankheitserregern könne nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine Verbreitung in der Bevölkerung sei allerdings unwahrscheinlich.

Pesronen, die das Produkt besitzen, empfahl das LGL, den Baukasten nicht zu öffnen, keine Experimente durchzuführen und statt dessen Kontakt mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt aufzunehmen – nicht nur wegen der gesundheitlichen Risiken. Der Besitz eines solchen Baukastens kann auch juristische Probleme mit sich bringen. Potentiell krankheitserregende Bakterien dürfen laut Infektionsschutzgesetz nur mit behördlicher Erlaubnis importiert oder aufbewahrt werden. Experimente mit solchen Erregern gelten als gentechnische Arbeiten der Sicherheitsstufe zwei. Sie dürften nur in dafür zugelassenen Laboren ausgeführt werden, erläuterte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und stellte klar: „Auch in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, die über eine gentechnische Anlage der Sicherheitsstufe 1 verfügen, darf nicht mit dem kontaminierten Kit gearbeitet werden.“

Mit Baukästen wie dem beanstandeten ‚CRISPR Cas 9 Bacterial Genomic Editing Kit’ von The Odin können junge Hobby-Biologen zu Hause das Erbgut von Organismen, etwa E. coli-Darmbakterien, verändern. Interessierte können solche CRISPR-Baukästen problemlos im Internet kaufen, die einfachen Versionen kosten 150 US-Dollar, umfangreichere Sets bis zu 1.000 Dollar. Greenpeace-Kampaigner Dirk Zimmermann hat sich einen schicken lassen – und ihn nicht benutzt. Denn derartige Experimente sind im heimischen Hobbykeller nach deutschem Gentechnikrecht nicht zulässig. Darauf hatte das BVL schon im Januar hingewiesen. Solche Versuche dürften nur in geeigneten, behördlich überwachten Laboren duchgeführt werden. Bei Verstößen drohe eine Geldbuße bis zu 50.000 €, schrieb die Behörde. Würden bei den Experimenten gentechnisch veränderte Organismen wie Bakterien freigesetzt, könne das mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden.

 

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