Teurer Gentech-Mais: Syngenta soll 218 Millionen Dollar zahlen

Ein Gericht im US-Bundesstaat Kansas hat den Schweizer Konzern Syngenta zu einem Schadensersatz von 218 Millionen US-Dollar (195 Millionen Euro) verurteilt. Bekommen sollen das Geld 7.300 US-Farmer, die das Unternehmen verklagt hatten. Syngenta will Berufung einlegen – schon allein deshalb, weil in der selben Angelegenheit noch zahlreiche weitere Prozesse laufen.

Der Streit dreht sich um den Gentechmais Viptera, den Syngenta in den USA 2011 auf den Markt brachte. Die klagenden Landwirte argumentieren, dass Syngenta damals falsch informiert habe. Der Konzern habe gesagt, die Zulassung von Viptera in China stehe „unmittelbar bevor“. Tatsächlich hätten die Chinesen jedoch erst im Dezember 2014 die Einfuhrgenehmigung erteilt. Das hatte zur Folge, dass Landwirte, die Viptera anbauten, nicht nach China exportieren konnten. Noch gravierender war, dass die chinesischen Behörden 2013 US-Maislieferungen zurückwiesen, wenn sie mit Viptera verunreinigt waren. Insgesamt seien 1,4 Millionen Tonnen Mais abgewiesen worden, schreibt die Finanzagentur Bloomfeld. Dadurch sei ihnen China als Wachstumsmarkt weggebrochen, klagten die Landwirte. Gleichzeitig sanken die Maispreise deutlich, was sie ebenfalls Syngenta anlasteten. Der Konzern wies dies zurück.

Der Prozess in Kansas gilt nur als Testballon für zahlreiche weitere Klagen von Mais-Farmern. Insgesamt geht es um Schadensersatzforderungen von rund fünf Milliarden Euro, schreibt die Agentur Reuters. Neben den Bauern klagen auch die zwei größten Agrarhändler, Archer-Daniels-Midland und Cargill, gegen Syngenta. Sollte der Konzern wegen der chinesischen Zurückweisungen tatsächlich zahlen müssen, trifft es indirekt auch China. Denn die Schweizer gehören inzwischen zum chinesischen Staatskonzern Chem China.