Gerichtsakten zeigen: So bleiben kritische Studien außen vor

Eine namhafte Fachzeitschrift lässt einen Monsanto-Wissenschaftler eine zur Veröffentlichung eingereichte Studie bewerten. Dieser hält die Studie für ungeeignet, sie wird abgelehnt. Aufgetaucht ist dieser Vorgang aus dem Jahr 2008 in internen Monsanto-Akten, die der Konzern in einem Gerichtsverfahren in San Francisco offenlegen musste.

Die von der Anwaltskanzlei Baum Hedlund veröffentlichten Mails zeigen, dass der Monsanto-Manager Charles Healy für die Fachzeitschrift Cell Biology and Toxicology zur Veröffentlichung eingereichte Arbeiten begutachtete. Dieses Peer Review Verfahren ist bei renommierten Fachzeitschriften üblich und soll die Qualität der eingereichten Studien sicherstellen.

In einer Mail bittet der damalige Herausgeber der Zeitschrift Healy, „angesichts seiner Erfahrung“ die Begutachtung einer Arbeit mit dem Titel „Cytotoxicity of herbicide Roundup and its active ingredient, glyphosate in rats“ zu übernehmen. Umgehend informiert Healy zwei Mitarbeiter, die diese Aufgabe für ihn erledigen sollen. Sie stellen auf drei Seiten Fehler und Schwächen zusammen, die die Arbeit aus Sicht Monsantos hat. Dabei sparen sie nicht an polemischer Kritik: „Es ist unklar, ob die Autoren überhaupt verstanden haben, was sie da testen.“ Das Fazit des Reviews: Die Arbeit ist abzulehnen.

Die Kritik teilten andere Peer Reviewer nicht, denn der Herausgeber schrieb drei Wochen später an den Monsanto-Mann, er habe komplett unterschiedliche Stellungnahmen erhalten und wäre sehr dankbar für einen Kommentar von Healy, bevor er den Autoren die Entscheidung mitteile. Healy leitete die Mail direkt an seine Mitarbeiter weiter mit dem Kommentar: „Sieht so als als wären wir die entscheidende Stimme, ob das Glyphosat-Papier veröffentlicht wird.“ Es erschien nicht.

Die Klägeranwälte schreiben dazu, die Dokumente belegten die Anstrengungen, mit denen Monsato sicherstellen wollen, dass Studin, die negative Gesundheitseffekte von Glyphosat aufzeigen, möglichst nicht veröffentlicht werden. Denn dann könnten sie auch nicht in die Berwertung eines möglichen Krebsrisikos einbezogen werden.