Neuer Gentech-Reis mit Eisen, Zink und Beta-Carotin

Ein neuer genmanipulierter Reis mit einer Extraportion Eisen, Zink und Betacarotin soll die Mangelernährung in Entwicklungsländern beenden. Entwickelt haben ihn Wissenschaftler der Eidgenösssichen Technischen Hochschule (ETH) Zürich.

Bisher wurden die Pflanzen erst im Gewächshaus angepflanzt und auf ihren Nährstoffgehalt untersucht, schreibt die ETH und zitiert die Forscherin Navreet Bhullar: „Wir werden die Linien weiterentwickeln“. Sie hofft, ausgewählte Linien bereits im nächsten Jahr im Freiland testen zu können. Dabei soll sich zeigen, „ob die gewünschten und auch die agronomischen Eigenschaften erhalten bleiben und genauso gut funktionieren wie im Gewächshaus.“ Es würden jedoch „sicher noch fünf Jahre vergehen, ehe der Multinährstoff-Reis zur Eindämmung des ’versteckten Hungers’ eingesetzt werden kann.“

Solche Hoffnungen hatten ETH-Wissenschaftler schon einmal, als sie 1999 erstmals eine Reissorte präsentierten, die Beta-Carotin bildete. Dieser Golden Rice wird bis heute nicht kommerziell angebaut. Seit 2006 kümmert sich das internationale Reisforschungsinstitut IRRI auf den Philippinen um die Fortentwicklung des Golden Rice. In diesem Jahr hat es nun erstmals Zulassungsanträge gestellt: in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und auf den Philippinen. Wobei in den ersten vier Staaten Vitamin A – Mangel kein Problem darstellt. Auf den Philipppinen wehren sich Bauern gegen den Gentech-Reis und haben schon früher Versuchsfelder zerstört. Sie befürchten, dass das Erbgut des Gentechlinie traditionelle Reissorten verunreinigen könnte. Im vergangenen Jahr stellte eine Studie der Universität Washington fest, dass der Golden Rice deshalb gescheitert sei, weil er die Versprechungen seiner Entwickler nicht einhalten konnte. Das bestätigten auch indische Pflanzengenetiker, die versuchten, den Golden Rice in eine weit verbreitete indische Reissorte einzukreuzen. Die neuen Pflanzen zeigten ein deutlich gestörtes Wachstum, blassgrüne Blätter und eine stark reduzierte Ernte.

Statt genmanipuliertem Reis gebe es bereits bewährte und einfache Strategien, um Mangelernährung wirksam und schnell zu bekämpfen, schreibt Greenpeace: „Dazu zählen die Verteilung von Präparaten, einfache Beimischungen in Grundnahrungsmittel und Gärten in armen Bezirken, um Obst und Gemüse zu erzeugen.“